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Guute März 2019

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26 | LOKALES

26 | LOKALES März 2019 | GUUTE MAGAZIN „Die Bierweltregion soll ihrem Namen gerecht werden“ Über 40 Betriebe aus dem Mühlviertel haben sich vor mittlerweile drei Jahren zur „BierWeltRegion Mühlviertel“ zusammengeschlossen. GUUTE Magazin-Redakteur Michael Enzenhofer hat den neuen Obmann, Helmut Satzinger, zum Interview gebeten. Die Bierweltregion gibt es mittlerweile schon seit einiger Zeit. Wie hat sich der Verein seither entwickelt? Helmut Satzinger: Die Idee hinter der Bierweltregion war und ist, Bier-interessierte Betriebe zusammenzuschließen und durch gemeinsame Aktionen den Bekanntheitsgrad zu steigern. Mittlerweile sind über 40 Betriebe dabei: Vom Hopfenbauern über kleine und größere Brauereien bis zu Gasthäusern und Beherbergungsbetrieben. Mein Vorgänger Siegfried Thumfart (Wirt der Waldschenke in Vorderweißenbach, Anm. d. Red.) hat hier großartige Arbeit geleistet, die ich nun fortsetzen möchte. Wie hat diese bisherige Arbeit ausgesehen? Helmut Satzinger: Zum einen haben wir – vor allem im vergangenen Jahr – viel in Marketingaktivitäten investiert, um die einzelnen Betriebe und die Bierweltregion als Ganzes bekannter zu machen. Zum anderen unterstützen wir die Betriebe bei der Erhöhung der Kompetenz in Sachen Bier. Es gibt zum Beispiel finanzielle Förderungen für die Ausbildung zum Biercoach bzw. Biersommelier. Außerdem haben wir Produkte wie den wiederverwendbaren Bierweltregion 6er-Träger und eigene Gläser geschaffen. Warum ist gerade das Mühlviertel die Bierweltregion schlechthin? Helmut Satzinger: Das Mühlviertel ist das größte Hopfenanbaugebiet Österreichs, dazu haben wir fast überall perfektes Wasser zum Brauen und somit beste Biere. Natürlich gibt es auch eine außergewöhnlich hohe Brauereidichte mit kleineren und größeren Brauereien. Und Bier hat bei uns einfach einen hohen Stellenwert – vor allem in den Gastronomiebetrieben. Das wollen wir unseren Gästen auch zeigen. Ist Bier alleine ein Grund für die Gäste, um ins Mühlviertel zu kommen? Helmut Satzinger: Auf jeden Fall. Schon jetzt ist die Nachfrage nach speziellen Bier-Angeboten groß, bei uns im Brauhaus sind zum Beispiel die Brauseminare für heuer schon fast ausgebucht. Wir sind in der Bierweltregion bemüht, hier weitere Angebote und neue touristische Produkte zu schaffen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Und hier arbeiten unsere Mitgliedsbetriebe ausgezeichnet zusammen. Eine der treibenden Kräfte hinter der Bierweltregion war bis jetzt die Mühlviertel Marken GmbH, die ja seit Jänner operativ nicht mehr tätig ist. Gerät die Entwicklung jetzt durch das neue Tourismusgesetz und die Fusion von Tourismusverbänden ins Stocken? Helmut Satzinger (56) ist nicht nur Geschäftsführer im Freistädter Brauhaus, sondern auch der neue Obmann der Bierweltregion Mühlviertel. Helmut Satzinger: Hier gibt es sicherlich momentan ein gewisses Vakuum, weil vieles noch geklärt werden muss und einige Handlungsträger das abwarten. Ich hoffe aber, dass dieser Übergang noch heuer ordentlich über die Bühne gebracht wird. Welche Ziele haben Sie sich als neuer Obmann der Bierweltregion gesteckt? Helmut Satzinger: Wir werden heuer zum ersten Mal den Bierherbst veranstalten. Von Ende August bis Oktober wird es dazu im gesamten Mühlviertel verschiedenste Veranstaltungen zum Thema Bier geben. Zum Auftakt wird es ein großes Event auf dem Brauerei-Gelände in Freistadt geben. Mittelfristig möchten wir die Bierweltregion zu einer regelrechten Institution machen, sodass das Mühlviertel untrennbar mit dem Begriff Bier in Verbindung gebracht wird. Die Bierweltregion Mühlviertel soll ihrem Namen auch wirklich gerecht werden. ♦ Foto: Brauhaus

GUUTE MAGAZIN | März 2019 27 | LOKALES BEZIRKSJÄGERTAG Kahle Waldflächen sind für die Jäger Herausforderung Rund 1000 Hektar kahle Waldflächen, die wegen des Borkenkäferbefalls im Bezirk Urfahr abgeholzt werden mussten, fordern die Jagd heraus: Gerade in den Wiederaufforstungsgebieten müssen die Abschüsse beim Rehwild höher als 100 Prozent sein, um den Wildverbiss an jungen Waldpflanzen klein zu halten. Zum letzten Mal in Amt und Würden: der scheidende Landesjägermeister Sepp Brandmayr Der scheidende Landesjägermeister Sepp Brandmayr hielt beim Bezirksjägertag in Puchenau fest, dass die Jägerinnen und Jäger gefordert seien, für ökologischen Ausgleich zu sorgen: „Wir müssen Verantwortung übernehmen und alle Waldbesitzer unterstützen“, rief er den 400 Teilnehmern an der Tagung zu. Seine klare Haltung zum Thema Wolf bestätigte Brandmayr: „Das ist ein Raubtier, dafür muss es eine europäische Lösung geben. Zu uns passt es nicht. Ich wünsche mir dafür eine vernünftige Regelung.“ Mit 101 Prozent übererfüllt wurde der Abschussplan beim Rehwild im laufenden Jagdjahr 2018/19, berichtete Bezirksjägermeister-Stellvertreter Sepp Rathgeb, der den erkrankten Franz Burner vertrat. Waldbesitzern und Jägern macht das veränderte Freizeitverhalten zu schaffen, weil Wälder nicht nur zu Erholungszwecken – so wie es im oö. Forstgesetz erlaubt ist – betreten werden. Rathgeb verurteilte jene zwei Männer, die mit Pfeil und Bogen Rehe gewildert haben. „Pfeile sind nicht waidgerecht, denn Rehe sind auch Geschöpfe“, argumentierte Rathgeb, „wir sind nach wie vor auf der Suche nach den Schuldigen.“ Abschussplan erfüllt Im Berichtsjahr 2017/18 wurde der Abschussplan zu 100 Prozent erfüllt. Beim Rehwild wurden 5774 Abschüsse registriert – einschließlich elf Prozent Fallwild. Die Zahlen beim Niederwild lauten 2144 und beim Raubwild 1609. Bemerkenswert: Beim Schwarzwild wurden 2017/18 insgesamt 182 Stück erlegt – um 94 mehr als ein Jahr zuvor. Auf die dramatischen Schäden in den Wäldern wies Dipl.-Ing. Gerhard Aschauer vom Bezirksforstdienst hin. In den vergangenen vier Jahren sind rund 450.000 Festmeter Schadholz durch Borkenkäfer angefallen, davon geschätzte 200.000 im Jahr 2018. Normalerweise beträgt der durchschnittli- Jagdhornbläser – das kulturelle Aushängeschild des Waidwerkes. che Holzeinschlag im Bezirk rund 120.000 Festmeter. Rund 1.000 Hektar Wald mussten wegen des Borkenkäfers geschlägert werden und warten jetzt als kahle Flächen großteils auf die Wiederaufforstung; denn mit Naturverjüngung allein wird der Neuaufbau des Waldes nicht zu bewältigen sein. Der Schneedruck während der ersten Wochen des Jahres 2019 verursachte in Höhenlagen von 600 bis 900 Meter nochmals bis zu 20.000 Festmeter Brennholz. Die Attraktivität der Jagd ist ungebrochen: Im Vorjahr schafften alle 44 Kandidaten, darunter neun Frauen, die Jagdprüfung, heuer besuchen 42 den Kurs. Wichtige Kulturbotschafter des Waidwerkes sind die Jagdhornbläser. Im Bezirk gibt es sechs Gruppen mit insgesamt 132 Aktiven. August Wolfsegger, Bezirksobmann und 18 Jahre Viertelobmann, wurde mit dem Verdienstzeichen in Bronze ausgezeichnet. Geehrt wurden drei Jäger für 70 Jahre und fünf Jäger für 60 Jahre Jagdausübung; 16 erhielten den „Goldenen Bruch“ für 50 Jahre. Als Bezirksjägermeister wurde in krankheitsbedingter Abwesenheit Franz Burner aus Engerwitzdorf wiederbestellt. Stellvertreter sind Sepp Rathgeb aus Oberneukirchen und Günther Kitzmüller. Die Grüße des ebenfalls erkrankten Landeshauptmannes Thomas Stelzer überbrachte Nationalrat Michael Hammer. www.ooeljv.at/rund-um-die-jagd/ Jagdbezirk/urfahr ♦ Wolfgang Reisinger