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Mühlviertel Magazin Dezember 2020 - 2

18 | LOKALES

18 | LOKALES Dezember 2020 | GUUTE MAGAZIN die fehlenden 20 Prozent, sondern auch der geschätzte jährliche Zuwachs von 2,7 Terrakilowattstunden aus nicht fossilen Quellen kommen. ERNEUERBARE ENERGIE Gründungsmitglieder der Branchenvertretung EEÖ sind IG (Interessensgemeinschaft) Windkraft, Kleinwasserkraft Österreich, Oesterreichs Energie (die Industrievertretung der österreichischen E-Wirtschaft), Photovoltaik Austria, Austria Solar, Österreichischer Biomasse-Verband, ARGE (Arbeitsgemeinschaft) Kompost und Biogas und Pro Pellets Austria, also die wichtigsten Sektoren nachhaltiger Energieproduktion. Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) setzt viel in Bewegung, weil die Energiewende eine der Grundlagen für den Klimaschutz bildet. „Die Stolpersteine müssen beseitigt werden, damit das Gesetz ein Erfolg wird“, fordert EEÖ-Präsident Christoph Wagner. Strom soll ja zu 100 Prozent aus heimischer Wertschöpfung bereitgestellt werden können. Laut Wagner müssten dafür österreichweit 30 Milliarden Euro investiert werden; Die heimischen Kleinwasserkraftwerke versorgen allein in Oberösterreich rund 200.000 Haushalte mit Strom. Gleiche Rechte für große und kleine Erzeuger Österreich möchte bis 2030 den gesamten Strom aus erneuerbaren Quellen gewinnen. Die Basis dafür soll im Gesetz über den Ausbau von Energie aus erneuerbaren Quellen (Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz – EAG) bilden. Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) hat den Gesetzesentwurf durchgepflügt. Dessen Präsident und auch des Vereines der Kleinwasserkraft Österreich ist Christoph Wagner aus Auberg, der mehrere Kleinwasserkraftwerke an der Großen Mühl betreibt. dadurch würden rund 100.000 Arbeitsplätze geschaffen. Der Dachverband EEÖ fordert, dass alle technischen Anlagen rasch errichtet bzw. Ersatz für alte Bauten geschaffen werden, um das Ziel 2030 tatsächlich auch zu erreichen. Allen Erzeugern erneuerbarer Energie, und da ganz besonders den Besitzern kleiner Anlagen, muss ein fairer Zugang zum Strommarkt zu gleichen Marktbedingungen gewährleistet werden. Allen Ökostrom-Produzenten müssen das unbedingte Recht auf Netzzutritt haben; die Netzbetreiber müssen für faire Kostenregelungen sorgen. Eine praxistaugliche Realisierung der Förderung, die für alle transparent, effizient und auch planbar ist, müsse sichergestellt werden. Derzeit stammt fast 80 Prozent der Stromerzeugung in Österreich aus erneuerbarer Energie, in erster Line aus Wasserkraft. Bis 2030 sollen nicht nur Strom für 200.000 Haushalte Laut E-Control liefern in OÖ. 682 Kleinwasserkraftwerke jährlich 710 Millionen Kilowattstunden Öko-Strom ins öffentliche Netz. Dadurch können mehr als 200.000 Haushalte versorgt werden; das sind rund sieben Prozent des Stromverbrauches und rund 500.000 Tonnen weniger Kohlendioxid-Ausstoß gegenüber der Erzeugung aus fossilen Brennstoffen. Gelingt in Österreich bis 2030 die Energiewende aus erneuerbarer Energie, so wäre das laut einer Studie der Johannes-Kepler-Universität Linz eine Einsparung von 13 Millionen Tonnen CO2. Christoph Wagner betreibt einige Kleinwasserkraftwerke an der Großen Mühl und ist Geschäftsführer der WWS Wasserkraft GmbH. Das Werk, das auf den Bau von Kleinwasserkraftwerken bis zu 10 MegaWatt pro Turbine spezialisiert ist, hat seinen Sitz in Oberfeuchtenbach bei Neufelden. Beratung, Planung, Projektierung und Installation erfolgen aus einer Hand. Besondere Erfahrungen hat die Firma bei der Revitalisierung von Kraftwerken; durch Modernisierung lässt sich die Leistung solcher Anlagen steigern. Ganz ohne fossile Kraftwerke wird es aber auch in Zukunft nicht gehen, davon ist selbst Christoph Wagner überzeugt: „Einige Gasturbinenkraftwerke als eiserne Reserve werden wir sicher brauchen, falls wir einmal zu wenig Wasser zu Verfügung haben und vielleicht auch Windflaute herrscht.“ www.erneuerbare-energie.at ♦ W. Reisinger Der Mühlviertler Christoph Wagner ist Präsident des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). Fotos: Kleinwasserkraft Österreich, stock.adobe.com

GUUTE MAGAZIN | Dezember 2020 19 | LOKALES UNERMÜDLICHER SAMMLER Fußball-Leidenschaft in Papier gepackt Dieser Mann verfolgt eine Mission: Günter Rothenberger (65) aus Gaggenau, Baden-Württemberg in Deutschland, sammelt Stadion- bzw. Vereinshefte – weltweit von jedem Verein. Mithilfe des GUUTE Mühlviertel Magazin hofft er auf Zuwachs aus unserer Region. Günter Rothenberger inmitten seiner Schätze: Das Mühlviertel hätte noch Platz. Foto: Privat Im Jahr 1988 hat es ihn gepackt: „Damals habe ich begonnen, Stadionhefte zu sammeln. Mein Ziel ist, von jedem Fußballverein oder -verband der Welt mindestens ein Heft, ein Infoblatt, eine Vereinszeitung oder eine Jubiläumsausgabe zu besitzen.“ In mehr als 30 Jahren sind es bis jetzt über 26.000 Vereine aus 166 Ländern geworden. 25 Hefte wöchentlich bekommt er im Schnitt, die er in Ordnern, Schuhkartons und Umzugskisten vom Keller bis zum Dach lagert. „Da kommen schon einige Schätze zusammen: Erwähnt seien Programme aus Deutschland aus den 1920er Jahren, aus Afrika, der Karibik, eine Ausgabe aus Grönland, einiges aus dem arabischen Raum, ziemlich einzigartig ein Programm aus Kabul/ Afghanistan, ein Programm von der Militärauswahl Leningrad von 1948“, so der Gladbach-Fan. Auf seiner Weltreise ist er jetzt aufs Mühlviertel gekommen und freut sich auf zahlreiche Zusendungen: Günther Rothenberger, Postfach 1468 in D-76554 Gaggenau, guerot@online-de. ♦ Anzeige