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Mühlviertel Magazin Februar 2020

4 | LOKALES

4 | LOKALES Februar 2020 | GUUTE MAGAZIN Kritik AN RAUCH- VERBOT Seit 1. November 2019 müssen Raucher vor die Türe gehen. „Da hat sich der Gesetzgeber gar nichts überlegt“ Seit 1. November 2019 darf in den österreichi schen Gastronomiebetrieben nicht mehr geraucht werden. Für etliche Wirte ist weniger das Rauchverbot an sich ein Problem, sondern so manche undurchsichtige Regelung im neuen Gesetz. „Im Hotel kann ich einen Raucherraum machen, in der Gastronomie ist das verboten.“ KARL WÖGERER In seinem eigenen Betrieb seien die Auswirkungen des Rauchverbots bisher nur minimal spürbar, sagt Karl Wögerer, Wirt in Feldkirchen und Wirtesprecher der Wirtschaftskammer Urfahr-Umgebung: „Wir sind ein Speiselokal, da sind die Auswirkungen erträglich.“ Kollegen, die eine Bar oder Nachtgastronomie betreiben, würden aber teils mit erheblichen Umsatzeinbußen kämpfen. „Teilweise ist es dramatisch, es gibt Umsatzeinbußen von bis zu 30 %. Da wird es unausweichlich zu Kündigungen und vielleicht sogar zu Schließungen kommen“, befürchtet Wögerer. Was dem Standesvertreter der Gastronomen besonders sauer aufstößt, sind einige für ihn nicht nachvollziehbare Regelungen im Nichtrauchergesetz: „Jetzt ist überall Rauchverbot. Ich muss trotzdem laut Gesetz die Nichtraucher-Aufkleber im Lokal anbringen, weil mir sonst eine Strafe seitens der Behörde droht.“ Außerdem werde die Problematik der Lärmbelastung für die Anrainer vom Gesetzgeber auf die Gastronomen abgewälzt: „Es ist nicht festgelegt, was jetzt genau ein Außenbereich ist, in dem geraucht werden darf. Das hänge momentan von der jeweiligen Behörde ab und könne in Urfahr-Umgebung ganz anders sein als in Linz oder Freistadt.“ Und Wögerer ergänzt: „Es kann außerdem nicht sein, dass ich als Wirt immer aufpassen muss, ob sich jemand ein Getränk mit nach draußen nimmt.“ Das könnte streng genommen nämlich als Gastgartenbetrieb ausgelegt werden – und eine Strafe für den Gastronomen zur Folge haben. „Ungerechte Behandlung“ Zudem werde man im Gegensatz zur Hotellerie ungerecht behandelt. „Im Hotel kann man einen Raucherraum machen, in den kein Personal hineingeht, also in dem man nicht bewirtet wird. In der Gastronomie ist das aber nicht erlaubt.“ Kurios sei außerdem, dass man für das Personal einen Raucherraum einrichten könne, für Gäste aber nicht. „In manchen Belangen hat sich der Gesetzgeber einfach gar nichts überlegt. Es wurde auch nie Rücksprache mit der Fachgruppe Gastronomie gehalten“, macht Wögerer seinem Ärger Luft. Fotos: Mühlviertel Magazin/Enzenhofer, WKO

GUUTE MAGAZIN | Februar 2020 5 | LOKALES Für Gerhard Zauner, der unter anderem die Disco „Cabrio“ in Hellmonsödt betreibt, hat das Rauchverbot positive und negative Auswirkungen: „Die Luft ist natürlich viel besser. Aber auch der Lärm vor der Tür ist mehr geworden.“ Geschäftliche Einbußen gebe es in seinen Lokalen derzeit noch nicht, auch seitens der Anrainer hätte es noch keine Beschwerden gegeben. „Der Zeitraum ist aber noch zu kurz, um eine wirklich aussagekräftige Bilanz zu ziehen“, relativiert der Gastronom. Er stößt sich ebenso wie Wögerer an den für ihn ungerechten Vorteilen für andere Branchen: „Im Hotel, im Einkaufszentrum und im Casino darf man einen Raucherraum machen. Das sollte auch für die Nachtgastronomie und Discos gelten.“ Im Latino in Bad Leonfelden wird schon seit 2015 nicht mehr geraucht, dafür konnte man bis 1. November im direkt angrenzenden Pub seine Zigarette genießen. Die Auswirkungen auf das Geschäft seien aber bisher minimal, sagt Inhaber Christian Pammer. Er hofft vor allem, dass es keine Probleme mit den Anrainern gibt: „Jetzt im Winter ist es nicht so tragisch, da sind die meisten Fenster zu. Hoffentlich gibt es auch in der warmen Jahreszeit dann keine Beschwerden.“ Er selber und auch sein Personal stehe dem Rauchverbot prinzipiell positiv gegenüber, sagt Pammer: „Keine Frage, die Luft im Lokal ist einfach viel besser.“ Den Unmut mancher Raucher könne er nachvollziehen: „Ich glaube aber, dass sich das nach einigen Monaten einpendeln wird.“ ♦ „Keine Frage, die Luft im Lokal ist einfach viel besser.“ CHRISTIAN PAMMER Drei Gemeinden starten erstes Elektro-Dorfmobil Foto: Rainer Lenzenweger Ein innovatives Verkehrskonzept wird jetzt In Zwettl, Sonnberg und Hellmonsödt erprobt: Das Elektro-Dorfmobil. Als bedarfsorientiertes Mini-Öffi kommt dieses direkt zur Haustür, bringt seine Fahrgäste zum gewünschten Ziel und, wenn gewünscht, wieder zurück: zum Geschäft oder Arzt, zu Besuchen oder Veranstaltungen, in die Musikschule oder ins Sporttraining. Das Angebot richtet sich vor allem auch an jene, die aus den verschiedensten Gründen selber nicht mehr so mobil sind. Bestellt wird das e-Dorfmobil mit einem Anruf beim gerade aktiven ehrenamtlichen Fahrer bzw. der Fahrerin unter der Nummer 0677/63623882. Einsatzbereiche sind die drei Gemeindegebiete von Hellmonsödt, Sonnberg und Zwettl. Das e-DORFMOBIL verkehrt Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr (ausgenommen Feiertage). Als Transportmittel wird erstmals in Oberösterreich für diesen Zweck ein Elektroauto eingesetzt. Anzeige WWW.PETERMAX.AT Die Menge macht`s! -30% BIS MENGENRABATT AUF DIE KOMPLETTE EINRICHTUNG UND TISCHLERMONTAGE Wir erfüllen Ihre individuellen Einrichtungswünsche auf den Millimeter genau. Von der 3D-Planung mit NEU! VR Visualisierung, hauseigenen Herstellung bis zur Tischlermontage alles aus einer Hand. 4040 Linz Urfahr Freistädter Straße 291 T: 0732/244 033 4060 Linz Leonding Kornstraße 18 T: 0732/681 019 4600 Wels Salzburgerstraße 222 T: 07242/412 35 4840 Vöcklabruck Friedhofstraße 8 T: 07672/223 01