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Mühlviertel Magazin Februar 2021

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18 | POLITIK

18 | POLITIK Februar 2021 | GUUTE MAGAZIN FELDKIRCHEN / DONAU Die Wahl wurde mit Spannung erwartet, denn mit dem Gastronomen Karl Wögerer (52) hatte die VP ihren Fraktionsobmann als Kandidaten aufgeboten, der auch Tourismusobmann, Bezirkssprecher und stellvertretender Landessprecher der Wirte in der Wirtschaftskammer ist. Tatsächlich fiel die Entscheidung ganz knapp aus. Im ersten Wahlgang erreichte David Allerstorfer mit 16 Stimmen die absolute Mehrheit, Wögerer kam auf 13, zwei waren ungültig. Im Gemeinderat lautet das Mandatsverhältnis 16 SP, 9 VP, 6 FP. David Allerstorfer zeigte sich über seine Wahl sehr glücklich. Vorher war er bereits 20 Monate Vizebürgermeister. „Ich habe versucht, alle Bereiche in der Gemeinde kennenzulernen und habe überall zumindest einen Tag mitgearbeitet. Man soll schließlich wissen, worüber man redet“, erzählt der neue Bürgermeister Die neue Feldkirchner Gemeindespitze: Bürgermeister Mag. David Allerstorfer (li.) und Vizebürgermeister Wolfgang Seyr (beide SP). Fliegender Wechsel an der Gemeindespitze Das (Gemeinde)Schiff in Feldkirchen an der Donau bleibt voll in Fahrt, während der Kapitän wechselt. Mehr als 17 Jahre lang war Franz Allerstorfer (67) der erste SP-Bürgermeister in Feldkirchen. Aus gesundheitlichen Gründen trat er kurz vor dem Jahreswechsel für viele überraschend zurück. Ein paar Tage später wurde sein Sohn, Vizebürgermeister Mag. David Allerstorfer (40), vom Gemeinderat zum Nachfolger bestellt. über seine „Lehrzeit“ für sein Amt. Geplant war der Wechsel erst bei der Wahl im Herbst. Dem jungen Gemeindeoberhaupt steht 2021 ein unvergleichlich großer Bauboom bevor: sechs Betriebsneuund Erweiterungsbauten, Altenheim, Wohnbau, Volksschulerweiterung in Lacken… Auf dem Marktplatz sollen im Zuge des Umbaus von einigen Privathäusern in den Erdgeschoßen Lokale für kleine Geschäfte eingeplant werden, um das Zentrum der Marktgemeinde zu beleben. Im leerstehenden Teil des Pfarrhofes sollen noch zwei zusätzliche Kindergartengruppen und andere Räume für Öffentlichkeit und Pfarre entstehen. VP schöpft Mut für Herbst „Ich habe um vier Stimmen mehr erhalten als die VP Gemeinderäte stellt. Das motiviert die VP-Fraktion für die Wahl im Herbst“, meint Karl Wögerer zum Ergebnis. „Neben den vielen Vorhaben in der Gemeinde halte ich Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung bis zum Projektende sowie das Öffnen des Amtsblattes für alle Fraktionen genauso wichtig wie den Feldkirchner Donau-Taler, den die Gemeinde anfangs unterstützt – z. B. um 40 Euro kaufen, 50 Euro ist sein Wert – zur Unterstützung der Wirtschaft“, betont Wögerer. Zufrieden damit, dass es eine echte Wahl im Gemeinderat gegeben hat und er von seiner Fraktion einstimmig zum neuen Vizebürgermeister gewählt worden ist, zeigte sich Wolfgang Seyr. Der Obmann des Straßen-, Bau- und Wirtschaftsausschusses freut sich über die rege Bautätigkeit im Gewerbegebiet; im Straßenbereich steht der Bau des Fahrbahnteilers auf der B131 in Bergheim an erster Stelle, dazu kommen der Neubau der Zaunerbrücke, einige Radwege und der neue Gemeindebrunnen. FP-Obmann Gemeinderat LAbg. Günter Pröller kündigte an, er werde bei der Wahl im Herbst ein Kandidat um den Bürgermeisterposten sein. Rücktritt kam überraschend Herzbeschwerden und eine Corona-Erkrankung ließen in Franz Allerstorfer den Entschluss reifen, mit Jahreswechsel Schluss zu machen. „Mein Nachfolger hat in seiner Zeit als Vizebürgermeister die Gemeinde sehr gut kennengelernt“, ging der Bürgermeister beruhigt aus dem Dienst „außerdem weiß er ja, wo ich zu finden bin.“ In seiner Bilanz nennt Franz Allerstorfer den Neu- und Erweiterungsbau des Schul- und Kulturzentrums als „Highlight“, aber auch der Bau der Feuerwehrhäuser und deren Ausstattung mit Fahrzeugen, das Samaritergebäude und die Neugestaltung des Marktplatzes sind weitere Megaschritte. David Allerstorfer ist der 15. Bürgermeister der „Großgemeinde Feldkirchen an der Donau“ (1875 aus den sieben Kleinstgemeinden Bergheim, Feldkirchen, Freudenstein, Lacken, Landshaag, Mühldorf, Mühllacken und Pesenbach entstanden) und erst der fünfte Bürgermeister seit 1945. ♦ W. Reisinger Foto: Reisinger

GUUTE MAGAZIN | Februar 2021 19 | LOKALES Multi Aqua Box: Ein Start up-Produkt erobert die Märkte Einen Schwimmsteg im Selbstbau errichten: Das ist zwar kein Kinderspiel, aber dank eines von der P&B Innovation GmbH aus Landshaag in der Gemeinde Feldkirchen an der Donau entwickelten Systems leicht möglich. Gerade in Deutschland ist die Nachfrage nach den Stegen sehr groß. Tüfteln HAT TRADITION IN DER FAMILIE BÖCK Fritz Böck und seine beiden Söhne Benjamin und Patrick haben einige Zeit getüftelt und viel Geld investiert, bis sie die MultiAquaBox zur Marktreife entwickelten. Dieser Schwimmkörper wird in einem speziellen Verfahren aus Polyethylen hergestellt und ist ein tragender Teil einer stabilen Gesamtkonstruktion. Eingesetzt wird das Produkt in erster Linie bei Bootsstegen, Badeund Rettungsinseln, Schanzen und Sprungrampen für Wasserski oder Wakeboard, Arbeitsplattformen, Eventplattformen, Walkways, temporären Übergängen/Brücken für Fahrzeuge, als Gewicht für Leichtbauten und Zelte, Transparente (z. B. als Halterung/ Gewicht auf sensiblem Untergrund), als Abgrenzungen usw. „Wir bieten zwei salzwasserbeständige Module unterschiedlicher Höhen an, deren Wahl davon abhängt, welche Lasten durch den Schwimmkörper über Wasser gehalten werden sollen“, erklärt Böck. „Die MultiAquaBox und die Stahlkonstruktion sind so dimensioniert, dass alle Teile leicht zusammengeschraubt, demontiert und auch transportiert werden können“. FRITZ BÖCK Die MultiAquaBox ist ein Hohlkörper mit durchdachter Geometrie für das dazu von Böck & Söhne ebenfalls entwickelte Rahmensystem. Durch den zusätzlichen Einbau von Gewindeeinsätzen kann die MultiAquaBox auch mit Wasser gefüllt und entleert werden. Dadurch werden die verschiedenen Anforderungen des Freibords für die unterschiedlichen Auflasten ermöglicht. Die Schwimmkörper werden durch eine verzinkte Stahlkonstruktion zusammengehalten, wobei die Breite variabel ist. Die Länge ist auf einem Drei- Meter-Raster aufgebaut; ein Bootssteg beispielsweise kann durch diese Module beliebig lang ausgeführt werden. Die Gehfläche bzw. Auflage kann individuell gestaltet werden, z. B. mit Holz, Gitterrost, WPC Elemente usw. Fritz Böck (re.) und sein Sohn Patrick zeigen, dass sich die von ihnen entwickelte MultiAquaBox von zwei Personen tragen lässt. Wirtschaftlich und einfach „Wir haben darauf geachtet, dass ein wirtschaftliches und bedienungsfreundliches Produkt auf den Markt kommt, das die Kunden selbst zusammenbauen und dadurch Kosten sparen können“, sagt Fritz Böck zu seiner Fir- menphilosophie und verweist auf das einzigartige Preis-Leistungs-Verhältnis. „Die MultiAquaBox und die Stahlkonstruktion sind so dimensioniert, dass alle Teile leicht zusammengeschraubt, demontiert und auch transportiert werden können“, sagt Böck. Ein Kran werde nicht benötigt – was wiederum Kosten spart, aber vier Mann müssen bei dieser Arbeit schon zupacken. Die Bauteile werden von Partnerfirmen nach Plänen von Böck & Söhne angefertigt. Zwei Wochen vor dem Corona Lockdown haben Böck & Söhne noch einen Großauftrag aus der Nähe von Stuttgart erhalten; dann folgte aber ein kurzfristiger Einbruch. „Aber das momentane Nachfragevolumen und die Aussicht für 2021 stimmen uns sehr positiv“, ist man beim erfolgreichen „Start up“-Unternehmen zufrieden und stolz darauf, dass dieses innovative Produkt großen Anklang in Österreich und auf dem Hauptabsatzmarkt Deutschland findet. www.multiaquabox.com ♦ W.Reisinger Foto: Reisinger