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Mühlviertel Magazin Jänner 2020

6 | WIRTSCHAFT

6 | WIRTSCHAFT Jänner 2020 | GUUTE MAGAZIN Leitl nimmt zweite Periode als Präsident der Europäischen Wirtschaftskammern in Angriff CHRISTOPH Leitl Seine zweite Periode als Präsident der Europäischen Wirtschaftskammern nimmt Dr. Christoph Leitl mit Jahresbeginn 2020 in Angriff: Der Mühlviertler vertritt in dieser EU-Top-Position die Interessen von rund 20 Millionen Unternehmern mit mehr als 100 Millionen Mitarbeitern. Für Leitl ist die Spitzenposition bei den „Eurochambres“ mehr als eine repräsentative Funktion: „Es geht um Europa und die Interessen der europäischen Wirtschaft im internationalen Wettbewerb“, sagt der ehemalige oö. Wirtschafts-Landesrat und Präsident der Wirtschaftskammer Österreich. Damit Europas Position im Konzert der großen Wirtschaftsmächte entsprechend Gehör findet, setzt er vor allem auf Zusammenarbeit. „Wir haben zwei Möglichkeiten: entweder miteinander schwimmen oder alleine untergehen“, ist Leitl überzeugt – und lässt an „Spaltpilzen“ wie dem bevorstehenden britischen EU-Austritt kein gutes Haar. „Die Machenschaften eines Boris Johnson und seiner Regierung sind absolut kontraproduktiv. Damit schwächt sich Europa und öffnet Mächten wie China Tür und Tor.“ Christoph Leitl vertritt als Päsident der Europäischen Wirtschaftskammern mehr als 20 Millionen Unternehmen. Appell für Freihandel Als Antwort auf die härter werdende Konkurrenz am internationalen Wirtschaftsparkett forciert der europäische Wirtschaftskammer-Präsident die verstärkte Nutzung von Freihandelsvereinbarungen. „Wir brauchen diesbezüglich ein Mehr an Kooperation. Ich finde es richtig, wenn die entsprechenden Abkommen in der Sache intensiv diskutiert werden. Politisch verstehe ich manche Widerstände allerdings nicht ganz – damit wird nur eine rückwärts gerichtete Geisteshaltung befeuert“, sagt Christoph Leitl. Er appelliert an die Politik, hier den europäischen Stärken mehr Vertrauen zu schenken. „Wir brauchen uns in Sachen Innovation oder bei Forschung und Entwicklung nicht zu verstecken. Damit können wir – wenn wir es mit dem entsprechenden Nachdruck wollen – international absolut punkten.“ Besondere Chancen sieht der bekennende Europäer in der Entwicklung neuer Technologien, die den steigenden Ansprüchen an Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Klimaschutz gerecht werden. „Hier gibt es in Europa und natürlich auch in Österreich ein riesiges Potenzial. Dieses zu wecken und in moderne Berufsfelder umzumünzen wird ein wichtiger Hebel für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung“, ist Leitl überzeugt. Weltweite Kontakte Bei der Umsetzung seiner Ziele und Visionen pflegt Christoph Leitl Kontakte in der ganzen Welt. „Ich bin praktisch jede Woche einmal im Ausland“ erzählt er – und führt allein in jüngster Zeit Kontakte in Brasilien, in den USA oder im asiatischen Raum ins Treffen. Dabei schaffe die Wirtschaft etwas, woran die Politik manchmal scheitere. „Bei uns sitzen Vertreter an sich verfeindeter Nationen an einem Tisch“, verweist Leitl auf die Stärken der weltweiten Wirtschaftskammerorganisation, die auf seine Initiative hin reaktiviert wurde. In diesem Zusammenschluss sei auch Österreich ein absolut gefragter Ansprechpartner. „Wir können in vielerlei Hinsicht punkten und sind mit Vorzeigemodellen wie unserer dualen Lehrlingsausbildung absolut bei der Musik“, freut sich Christoph Leitl über das gute internationale Standing seines Heimatlandes. ♦ -b.h.- Foto: Eurochambres

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