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Mühlviertel Magazin Februar 2021

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22 | SPORT

22 | SPORT Februar 2021 | GUUTE MAGAZIN Aus Franz Hennebichler formte Walter Lechner einen großen Champion. Im Bild der Hagenberger bei der Formel Ford-Jahressiegerehrung 1986 mit Formel Ford-Manager Helmut Raffler, Lechner und Le Mans-Sieger John Winter (v.l.). Die Piloten des legendären Sebring Racing-Teams mit dem Horag CanAm bei der Teampräsentation: v.l.: Alois Höller, Alexander Wurz, Walter Lechner, Karl Wendlinger, Wolfgang Treml und Philipp Peter. WENN DIE LETZTE FLAGGE FÄLLT Motorsportszene trauert um Walter Lechner sen. Von einem ganz Großen musste die österreichische Motorsportszene kurz vor dem Jahreswechsel Abschied nehmen: Walter Lechner sen. verstarb nach schwerer Krankheit im 72. Lebensjahr. Um den charismatischen Salzburger trauern nicht nur seine Familie und Freunde, sondern auch namhafte Mühlviertler Motorsportler. Hatte Lechner doch bei vielen Karrieren heimischer Asse seine Finger mit im Spiel. So formte er Mitte der 1980er-Jahre aus dem Hagenberger Franz Hennebichler einen großen Champion. 1985 holte er den gelernten Dreher, der zuvor mit viel Herz, aber wenig Geld unterwegs war, in das Formel Ford Werksteam seiner Racing School. Mit Unterstützung der auf Lotterieprodukte spezialisierten Linzer Glücksstelle Moser bedankte sich der Mühlviertler dafür auf seine Art: Er gewann 1986 die österreichische Staatsmeisterschaft und den hoch dotierten Formel Ford Cup Austria. Dazu ließ er auf der internationalen Bühne in Deutschland und England aufhorchen. Dort wurde er aufgrund seines Namens als „Mr. Chickenhill“ ein Star, der sich mit späteren Formel 1-Größen wie Eddie Irvine oder Roland Ratzenber- Die Karriere des Freistädters Jochen Bauer begann im Team von Walter Lechner. ger matchte. Mit dem Ausstieg der Glücksstelle Moser als Sponsor fand eine hoffnungsvolle Laufbahn ein jähes Ende: Hennebichler wechselte die Seiten und war in der Folge viele Jahre als Cheftechniker im Team Lechner tätig. Einige Jahre nach dem Hagenberger holte Walter Lechner den nächsten Mühlviertler in seine Formel Ford-Mannschaft: Der junge Freistädter Jochen Bauer wurde dort Teamkollege des späteren Formel 1-Piloten Alexander Wurz und zeigte national und international auf. Nicht zuletzt durch die starken Leistungen bei der berühmten Tasman-Serie in Neuseeland wurde der heutige Red Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko auf Bauer aufmerksam und gab dem Youngster einen Sitz in seinem Formel 3-Team. Auch dort fuhr Bauer stark – der ganz große Karrieresprung blieb ihm in Ermangelung zahlungskräftiger Sponsoren aber verwehrt. Diesen schaffte dafür Rallycrosser Alois Höller: Er wurde von Lechner als einziger Off-Road-Pilot 1996 in das inzwischen legendäre Sebring-Racing-Team geholt. Dort als Teamkollege Walter Lechner sen. verstarb im Dezember im 72. Lebensjahr. von Kapuzundern wie Karl Wendlinger oder Alexander Wurz gelang dem Oeppinger mit dem ersten nationalen Championat der heiß ersehnte Durchbruch. Der Rest ist Geschichte – Höller ist noch immer aktiv und mit mehr als 40 Titeln einer der erfolgreichsten österreichischen Motorsportler überhaupt. Die drei Mühlviertler stehen stellvertretend für gleich mehrere Generationen an Piloten, die unter der Führung von Walter Lechner zu ganz großen Champions reiften. Er selber war vor allem in den ultraschnellen Sportwagen erfolgreich, wo er u.a. in Interserie und bei den berühmten 24 Stunden von Le Mans am Start war. In den letzten zwei Jahrzehnten widmete sich Lechner vor allem den Porsche-Markencups, wo er mit seinem Team im internationalen Supercup und dem deutschen Carrera-Cup unzählige Titel einfuhr. Dort werden seine Söhne Robert und Walter das Lebenswerk ihres Vaters auch fortsetzen und das Motorsportunternehmen im Sinn des Seniors fortführen. ♦ B. Haudum Fotos: Lechner-Racing/Haudum

GUUTE MAGAZIN | Februar 2021 23 | SPORT Foto: beha Corona hat den Fußball weiter fest im Griff Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben das heimische Fußballgeschehen weiterhin fest im Griff: Jene im Herbst abgesagten Partien, die vor dem Beginn der Frühjahrsmeisterschaft ausgetragen werden sollten, sind seit Mitte Jänner de facto bereits Makulatur. Durch die Trainingsbeschränkungen scheint die Austragung der für Anfang März geplanten Partien in weite Ferne gerückt. Zudem gibt es massive Zweifel, was die Frühjahrsmeisterschaft betrifft: Auch diese scheint akut gefährdet. Damit wird das Szenario, dass nur die fehlenden Partien nachgetragen und die Herbstsaison für den Auf- und Abstieg herangezogen wird, immer realistischer. Eine der Nachtragspartien, die mit großer Wahrscheinlichkeit Anfang März nicht gespielt werden kann, ist das Bezirksliga-Derby zwischen Wippro Vorderweißenbach (helle Dress) und dem SV Gallneukirchen. INTERVIEW MIT ELISA MÖRZINGER „Es fehlt noch etwas die Lockerheit“ Mit Top-Platzierungen im Europacup und dem österreichischen Meistertitel im Riesentorlauf hat Elisa Mörzinger heuer bereits aufhorchen lassen, im Weltcup ist es aber bisher noch nicht ganz nach Wunsch gelaufen. Im Interview mit Michael Enzenhofer zieht die Altenfeldnerin deshalb eine gemischte Zwischenbilanz. Wie oft sind sie mittlerweile auf Corona getestet worden? Sehr oft, bestimmt schon über 20 Mal. Vor den Trainingskursen und den Rennen gehört das einfach zum Prozedere dazu. Es wird seitens der FIS und des ÖSV sehr viel unternommen, dass Training und Rennen so sicher wie möglich durchgeführt werden können. Ich bin sehr froh und dankbar, dass wir in dieser Drei Mal gab es heuer Weltcup-Punkte für Elisa Mörzinger. Bei den ausstehenden Rennen will sie an diese Leistungen anknüpfen. herausfordernden Zeit unseren Beruf ausüben können – im Gegensatz zu vielen anderen Menschen. Im Europacup liegen Sie aktuell auf Platz zwei in der Riesentorlauf-Wertung, dazu haben Sie sich im Dezember auch Ihren ersten österreichischen Meistertitel geholt. Was fehlt noch, um im Weltcup regelmäßig anzuschreiben? Es waren heuer wieder klare Fortschritte erkennbar, im Weltcup konnte ich aber meine Top-Leistung bisher nicht abrufen. Es fehlt noch etwas die Lockerheit, um befreit darauf losfahren zu können. In Courchevel (Platz 24 & 25, Anm.) habe ich gesehen, dass es möglich ist, in die Punkte zu fahren. Daran gilt es anzuknüpfen. Jetzt heißt es einfach weiterarbeiten und optimistisch bleiben, dann wird es auch im Weltcup hoffentlich bald wieder klappen. Im Februar stehen ja keine Weltcup-Riesentorläufe am Programm, wie sieht der weitere Rennkalender aus? Nach dem Weltcup-RTL in Kronplatz Ende Jänner stehen im Februar sechs Europacup-Rennen an. Die werde ich als Renntraining mitnehmen und natürlich versuchen, möglichst viele Punkte zu sammeln. Ich hoffe, dass ich dort viel Selbstvertrauen tanken kann für die nächsten Weltcup-Rennen Anfang März. Anzeige Vor dem Winter haben Sie als Ziel ausgegeben, sich unter die Top 30 im Riesentorlauf vorzuarbeiten. Ist dieses Ziel noch zu erreichen? Das wird natürlich schwierig. Ich werde aber jetzt nicht rechnen, sondern mich einfach auf das Skifahren konzentrieren, damit ich in den ausstehenden Rennen möglichst gute Leistungen erbringen kann. In den letzten Jahren habe ich zu Saisonende immer zulegen können und auch heuer ist sicherlich noch einiges möglich. ♦ Foto: GEPA pictures/Energie AG