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Mühlviertel Magazin Juli 2021

20 | POLITIK

20 | POLITIK Juli 2021 | MÜHLVIERTEL-MAGAZIN UMKÄMPFTE GEMEINDEN IN DER REGION URFAHR-WEST Spannende Ausgangslage für die Wahlen im Herbst In drei Monaten, am 26. September, werden die Bürger zu den Wahlurnen gerufen: Bei den Landtags-, Gemeinderats- und Bürgermeisterdirektwahlen wird es in etlichen Gemeinden in der Region Urfahr-West besonders spannend. Eine Bestandsaufnahme von Wolfgang Reisinger. LANDTAGS GEMEINDERATS BÜRGERMEISTER Wahlen Manfred Wurzinger (VP) aus St. Gotthard stellt sich erstmals der Bürgermeisterwahl. Foto: Gemeinde In zwei der zehn Gemeinden gehen Frauen für die VP ins Rennen um die wichtigste politische Funktion. In Lichtenberg tritt Bürgermeisterin Daniela Durstberger erneut an, in Feldkirchen wird die Polit-Quereinsteigerin Sabine Lindorfer versuchen, den einzigen SP-Bürgermeister im Bezirk Urfahr-Umgebung auszuhebeln. In Puchenau stellen sich mit Friedrich Geyrhofer und in St. Gotthard mit Manfred Wurzinger zwei erst heuer vom Gemeinderat bestellte VP-Bürgermeister erstmals der Direktwahl. Besonders gespannt darf man auf das Abschneiden der beiden Bürgermeister Franz Füreder in Ottensheim und Johann Plakolm in Walding sein: Ihnen ist es 2015 gelungen, sich im zweiten Wahlgang gegen die regierenden Bürgermeister durchzusetzen. In den anderen Gemeinden, einschließlich Lichtenberg, kandidieren bewährte Ortschefs: In Eidenberg Adi Hinterhölzl, in Goldwörth Johann Müllner, in Gramastetten Adreas Fazeni und in Herzogsdorf Alois Erlinger. Obwohl der VP neun Bürgermeister angehören, verfügt sie nur in fünf Kommunen über die absolute Mandatsmehrheit im Gemeinderat. Die relativ meisten Mandate stellt sie in Puchenau (12 von 31) und in St. Gotthard (9 von 19). Zweitstärkste Fraktion ist sie in Feldkirchen, in Walding mit 10 Sitzen – 11 SP – und in Ottensheim: Pro O und VP haben je 12 Mandate, doch die Orangen haben ein Stimmenplus von 0,12 Prozent. VP-Bezirksobmann Nationalrat Mag. Michael Hammer, selbst Bürgermeister in Altenberg, ist überzeugt, dass der Bürgermeister in Walding „ein gutes Ergebnis einfahren werde“, ebenso in Ottensheim, weil dort pro O „nicht den Nerv der Bevölkerung treffe.“ Die neuen Bürgermeister werden in Puchenau und St. Gotthard laut Hammer dafür sorgen, dass „die VP die Nummer 1 bleibe“. In Feldkirchen habe „Sabine Lindorfer im zweiten Durchgang die große Chance, Bürgermeisterin zu werden.“ SP-Hochburg verteidigen Hofft auf ein gutes Abschneiden: Bürgermeister Friedrich Geyrhofer (VP) aus Puchenau. In Feldkirchen hofft David Allerstorfer (re. im Bild mit Bezirksparteichef Stöger), der im Jänner seinen Vater Franz als Bürgermeister abgelöst hat, von den Gemeindebürgern im Amt bestätigt zu werden. Für die SP steht viel auf dem Spiel: Feldkirchen ist die einzige Gemeinde im Bezirk, in der seit 2003 ein SP-Bürgermeister das Sagen und auch die absolute Mehrheit im Gemeinderat hat. Foto: Reisinger Foto: Privat Auch in Walding ist die SP stärkste Fraktion. Dort tritt sie mit Helmut Mitter – derzeit 1. Vizebürgermeister – als Bürgermeisterkandidat an. Die Hoffnungen auf die Ortschefin tragen in Puchenau Beverly Allen-Stingeder und in Grama stetten Andrea Pawlicek. Max

MÜHLVIERTEL-MAGAZIN | Juli 2021 21 | LOKALES Kaindlstorfer kandidiert in St. Gotthard, Dimitri Windhager in Ottensheim. SPÖ Bezirksparteivorsitzender Alois Stöger gibt sich zuversichtlich: „Die SP wird in allen Gemeinden des Bezirks und auch auf Landesebene dazugewinnen. Wir brauchen in dieser schwierigen Lage eine starke SP. Auf Gemeindeebene können sich die Menschen auf starke, routinierte SP-Teams verlassen“, sagt der ehemalige Minister. FP: Erstmals Kandidatur in Goldwörth Die FPÖ holte vor sechs Jahren in acht der zehn Gemeinden 27 Mandate. Fix ist, dass sie erstmals bei der Wahl in Goldwörth antreten wird. „Mein Ziel ist es, in allen Gemeinden anzutreten. In Goldwörth haben wir ja auch mit Thomas Prihoda einen Bürgermeisterkandidaten, in Feldkirchen kandidiere ich. In Walding ist noch eine Kandidatur möglich“, skizziert Bezirksobmann LAbg. Günter Pröller die Lage. Er ist auf der Landtagsliste im Wahlkreis Mühlviertel auf dem zweiten Platz gereiht: „Ich sehe dem Wiedereinzug in den Oö. Landtag sehr positiv entgegen. Meine politischen Schwerpunkte sind die Stärkung des ländlichen Raumes und der Gemeinden. In den Gemeinden hoffe ich auf ein Halten der Mandate.“ Die Grünen haben sich in Puchenau, Gramastetten und Walding auch im Gemeindevorstand etabliert. Erstmals treten sie heuer in Lichtenberg an. Auch die NEOS wollen verstärkt in den Gemeindestuben Fuß fassen, in Lichtenberg und in Puchenau werden mit ihnen jeweils fünf Parteien um Wählerstimmen werben. pro O will wieder Ortschef stellen Eine traditionsreiche Bürgerliste ist pro O im Donaumarkt Ottensheim. Zwölf Jahre lang stellte sie mit Ulrike Böker die Ortschefin. Im September hofft der 1. Vizebürgermeister Klaus Hagenauer, von der Bevölkerung zum Ortschef gewählt zu werden. In Feldkirchen wird sich heuer erstmals die Bürgerbewegung FAIR als vierte wahlwerbende Gruppe um Stimmen bewerben und hat mit dem Gründer und ehemaligen SP-Vizebürgermeister Robert Gumpenberger, der jetzt „einfacher“ Gemeinderat ist, auch einen Bürgermeisterkandidaten. ♦ VORBEREITUNG AUF NOTFÄLLE Zivilschutzverband mit umfangreichem Programm Seit dem Frühjahr 2019 ist Stefan Schipke Bezirksleiter des Zivilschutzverbandes in Urfahr-Umgebung. Die Corona-Pandemie hat seine bisherige Arbeit erschwert, jetzt will er das umfassende Veranstaltungsprogramm wieder anlaufen lassen. Foto: Zivilschutzverband Medienarbeit, verschiedenste Ausbildungen im breit gefächerten Kursprogramm, die Zivilschutztage oder die Kindersicherheitsolympiade: Der Zivilschutzverband ist in vielen Bereichen tätig. Die „Hilfe zum Selbstschutz“ ist dabei das übergeordnete Ziel. Die Bevölkerung soll durch verschiedene Maßnahmen dabei unterstützt werden, sich für eventuell eintretende Gefahrenlagen entsprechend vorzubereiten – etwa für ein großes Blackout oder Unwetterereignisse, aber auch für Herausforderungen im Alltag. Auf Bezirksebene koordiniert der Bezirksleiter die Aktivitäten des Verbandes. Für Stefan Schipke, der hauptberuflich bei der Brandverhütungsstelle in Linz arbeitet und ehrenamtlich als Ortstellenleiter beim Roten Kreuz in Kirchschlag engagiert ist, bedeutet das ein breites Aufgabenfeld. Dabei kommt ihm seine berufliche Erfahrung genauso zugute wie das Engagement beim Roten Kreuz. Denn viele Entscheidungsträger bei den Einsatzorganisationen kennt er dadurch persönlich, was die Zusammenarbeit natürlich erleichtert. Im vergangenen Jahr mussten allerdings viele Veranstaltungen wegen Corona abgesagt werden: „Das war natürlich für uns eine gewisse Arbeitserschwernis“, sagt Schipke. Jetzt will man aber wieder verstärkt in Aktion treten und damit das Informationsangebot für die Bevölkerung wieder entsprechend intensivieren. „Nicht nur Corona, sondern auch das Beinahe-Blackout im Jänner 2021 hat das Interesse am Zivilschutz auch intensiviert. Die Nachfrage nach unseren Produkten im Zivilschutz-Shop – wie etwa der Notfallbox – ist gestiegen“, sagt der Be- Stefan Schipke aus Hellmonsödt ist seit 2019 Bezirksleiter des Zivilschutzverbandes. zirksleiter. Sobald es die Corona-Situation zulässt, sollen auch wieder mehr Veranstaltungen durchgeführt werden: „Das beginnt bei unserem Kursprogramm, betrifft aber auch die Zivilschutztage in den Gemeinden oder die Kindersicherheitsolympiade, die sich ja vor Corona großer Beliebtheit erfreut hat“, sagt Stefan Schipke. Infos zum Zivilschutzverband, zu den angebotenen Veranstaltungen und zu den praktischen Produkten im Zivilschutz-Shop gibt es unter www.zivilschutz-ooe.at. ♦