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Mühlviertel Magazin Juli 2021

4 | INTERVIEW

4 | INTERVIEW Juli 2021 | MÜHLVIERTEL-MAGAZIN Landeshauptmann Thomas Stelzer im Interview: „Wir können wieder positiv nach vorne schauen“ Optimistisch zeigt sich der oberösterreichische Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer im Interview mit dem GUUTE Mühlviertel-Magazin: „Wir können wieder positiv nach vorne schauen“, sagte er gegenüber Chefredakteur Bernhard Haudum, der die Fragen stellte. Langsam, aber sicher beginnen die Schatten der Corona-Pandemie zu verblassen. Wie zufrieden sind Sie mit dem Projekt „Neustart“ in Oberösterreich? Stelzer: Auch wenn das Virus noch nicht ganz weg ist – die Aufbruchsstimmung und die Zuversicht sind allerorts zu spüren. Durch unseren Zusammenhalt und mit dem Voranschreiten der Impfung, haben wir uns Schritt für Schritt in Richtung Normalität zurückgekämpft. Ich bedanke mich bei allen Landsleuten, die diesen langen und mühsamen Weg mitgegangen sind. Heute können wir positiv nach vorne schauen. Blickt optimistisch in die Zukunft: der oö. Landeshauptmann Thomas Stelzer. Die oö. Landesregierung hat ja mit zahlreichen Maßnahmen versucht, die Auswirkungen von Corona so gering zu halten. Was war rückwirkend betrachtet Ihrer Meinung nach dabei besonders erfolgreich? Stelzer: Bei uns in Oberösterreich hatten wir immer beides im Blick: Wir achten auf Inzidenzen, aber eben auch auf die wirtschaftlichen Existenzen der Menschen im Land. Mittlerweile hat Oberösterreich sogar mehr Beschäftigte als vor der Corona-Krise. Ökonomen bezeichnen unser Bundesland auf dem Weg aus der Krise bereits als Wachstumsvorbild der Republik. Durch unsere Null-Schuldenpolitik der vergangenen Jahre konnten wir aber auch mehr helfen als andere. Wir haben unter dem Motto „rechtzeitig handeln“ ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt, um immer rasch und punktgenau gegen das Virus kämpfen zu können. Auch hat sich unser Weg, ältere Menschen zuerst zu impfen, als richtig erwiesen. Mit welchen Unterstützungen können die Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft rechnen? Stelzer: Wir haben immer klar gesagt, dass wir in Oberösterreich niemanden im Stich lassen. Mit dem Oberösterreich-Plan, mit dem wir unser Bundesland wieder stark machen wollen, investieren wir insgesamt 1,2 Milliarden Euro in alle Bereiche und Regionen des Landes – insbesondere in die Bildung, in den Klimaschutz und in Arbeitsplätze. Und was wird für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt auch weiterhin getan? Stelzer: Wir haben zwar mit Abstand die niedrigste Arbeitslosigkeit österreichweit, aber hinter jedem arbeitslosen Menschen steht ein menschliches Schicksal und daher ist jede und jeder Arbeitslose noch eine und einer zu viel. Daher investieren wir hier kräftig, etwa mit dem Pakt für Arbeit und Qualifizierung, wo heuer 342 Mio. Euro in Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen fließen. Davon profitieren mehr als 102.000 Landsleute.

MÜHLVIERTEL-MAGAZIN | Juli 2021 5 | INTERVIEW In ziemlich genau drei Monaten stehen Landtagswahlen an. Mit welchem Gefühl gehen Sie in diesen Urnengang? Stelzer: Ich denke noch nicht an Wahlkampf, denn wir müssen unsere ganze Energie darauf richten, wie wir Oberösterreich wieder stark machen. ner Menschen. So etwas will ich für unser Land nicht. In Oberösterreich werde ich weiterhin alles daransetzen, den Weg des Miteinanders weiterzugehen. Bei uns werden 95 % aller Beschlüsse in der oberösterreichischen Landesregierung einstimmig von allen Parteien beschlossen. Ich bemühe mich auch persönlich um ein gutes Klima. LH Thomas Stelzer Fotos: Land OÖ./Schaffner Wie schaut der politische Fahrplan bis hin zu den Wahlen noch aus? Stelzer: Wir versuchen mit klarem Kurs und ruhiger Hand die Gesundheit und die Arbeitsplätze zu schützen. Insgesamt hat man das Gefühl, dass die Sitten in der Politik immer rauer werden. Teilen Sie diese Wahrnahme? Stelzer: Wenn wir im gerade anlaufenden Aufschwung eines nicht brauchen können, dann ist das eine Politik der Spaltung und des permanenten Schlechtmachens des Landes und sei- Glauben Sie, dass es das für seine Konsensfähigkeit berühmte oö. Politklima auch nach einem möglicherweise harten Wahlkampf noch geben wird? Stelzer: Oberösterreich war immer ein Land, in dem zusammengearbeitet und zusammengehalten wurde – gerade wenn es darauf ankommt. Deshalb ist Respekt und Anstand, gerade auch in einem Wahlkampf so wichtig, dass man sich auch danach noch in die Augen schauen und miteinander das Beste für Oberösterreich und seine Menschen erreichen kann. ♦ • Geboren am 21. Februar 1967 • Verheiratet mit Bettina, 2 Kinder • Studium der Rechtswissenschaften an der JKU • Einstieg in die Politik 1991 als Linzer Gemeinderat • 1992 bis 2001: Landesobmann der Jungen ÖVP • 1997: Einzug in den oö. Landtag • 2009 bis 2015: Obmann des VP-Landtagsklubs • 2015: Landeshauptmann- Stellvertreter • seit 6. April 2017: Landeshauptmann Oberösterreich Anzeige