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Mühlviertel Magazin Juli 2022

20 | FRAU IN DER

20 | FRAU IN DER WIRTSCHAFT Juli 2022 | MÜHLVIERTEL-MAGAZIN „Platinen zusammensetzen ist nicht anders als Pailletten aufzunähen“ Sie selbst bezeichnet sich als klassische Quereinsteigerin – und wenn man den Lebenslauf von Verena Weigl betrachtet, ist das durchaus nachvollziehbar. Denn bevor sie in das von ihren Eltern gegründete Unternehmen für elektronische Steuerungsgeräte einstieg, hat sie die HBLA für Mode und Bekleidungstechnik absolviert und Publizistik studiert. Egal ob Attraktionen in den größten Vergnügungsparks in Nordamerika, Südkorea oder China, Geisterbahnen im Prater oder Licht- und Musikinstallationen in heimischen Wellness-Hotels: Die Steuerung dafür kommt zumeist von Weigl Control, dem in Ottensheim ansässigen Familienunternehmen für elektronische Steuerungsgeräte. Als ihre Eltern die Firma im Jahr 2007 gründeten, hatte Tochter Verena eigentlich eine ganz andere Richtung eingeschlagen: Nach der Matura an der HBLA für Mode und Bekleidungstechnik war sie mittendrin im Publizistik-Studium in Wien. „Daneben habe ich natürlich immer im Familienbetrieb mitgeholfen“, erzählt Verena Weigl. Und zwar in allen Bereichen, von der Programmierung der ersten Firmen-Website über das Löten von Platinen bis hin zu administrativen Tätigkeiten. Auf den ersten Blick mag der Unterschied zwischen Mode und Bekleidungstechnik und der Programmierung und Zusammenstellung von elektronischen Steuerungsgeräten eklatant sein. Für Verena Weigl gibt es aber durchaus Parallelen: „Platinen zusammensetzen ist nicht viel anders als Pailletten aufzunähen. Man muss eben genau arbeiten.“ Und bereit sein, Neues zu lernen. „Ich war schon immer sehr neugierig und hatte eine gewisse technische Affinität“, sagt die 37-Jährige. Bei der Entscheidung, Vollzeit in das Familienunternehmen einzusteigen, spielten dann noch andere Beweggründe eine Rolle: „Ich bin ein kreativer Kopf und muss mich verwirklichen können. Und außerdem arbeite ich einfach sehr gerne. Ein klassischer ‚9-5-Job‘ wäre auf gar keinen Fall etwas für mich.“ Neben der Abwechslung und den unterschiedlichen Herausforderungen, die ihre Tätigkeit im Familienunternehmen mit sich bringt, ist ein weiterer Grund entscheidend für die Begeisterung an ihrem Beruf: „Mit unseren Geräten erzeugen wir viel Freude und Erinnerungen bei den Menschen – und das auf der ganzen Welt.“ Dass sie als Frau in einer technischen Branche eine Führungsposition innehat, ist für Verena Weigl kein Problem – nicht nur, weil sie mit drei Brüdern aufgewachsen ist: „Verena kann genauso gut erklären wie ich. Weil sie einfach das Wissen und die Kompetenz dazu hat“, sagt Vater Manfred. Und diese Kompetenz kann sie regelmäßig unter Beweis stellen, wenn sie mit den weltgrößten Animatronik-Herstellern Konzepte austüftelt, wie man neue, spektakuläre Attraktionen in den bekanntesten Themenparks auf der ganzen Welt mit modernster Elektronik zum Leben erwecken kann. ♦ Zum Unternehmen: Weigl GmbH & Co KG Weingartenstraße 14/1/9-11 4100 Ottensheim www.weiglcontrol.com Foto: Weigl Control GmbH „Ich war schon immer sehr neugierig und hatte eine gewisse technische Affinität“ VERENA WEIGL

MÜHLVIERTEL-MAGAZIN | Juli 2022 21 | MOTORSPORT HISTO-CUP Das zweite Leben betagter Rennautos Rennwagen von früher sind längst nicht alle für die Schrottpresse bestimmt. Man kann mit ihnen noch ordentlich Tempo machen: Das beweisen die Rennen des Histo-Cups. Unter den mehr als 400 Teilnehmern driften auch vier Mitglieder der Motorsport Interessengemeinschaft (IG) Bad Mühllacken mit: Bernhard Deutsch (Langenstein), Gerhard Mühlparzer (Bergheim), Jürgen Berger (Wolfsbach) und Niki Horvath aus Steinbrunn (NÖ). Die Mühlviertler Histo-Rennfahrer Bernhard Deutsch (li), Jürgen Berger (4.v.l.) und Gerhard Mühlparzer (re). sante Gespräche entwickeln“, beschreibt Christian Sandler die Stimmung im Histo-Cup, „in den Rennen geht es allerdings ordentlich zur Sache!“ Alle Fotos: migbm „Mich freut´s, dass unser Verein auch bei diesen Rennen vertreten ist“, strahlt IG-Obmann Christan Sandler, „das ist Europas größte Rennserie für historische Fahrzeuge!“. Als Cheforganisator des Revivals für das Bergrennen Bad Mühllacken – Lacken hat er ein Netzwerk zu ehemaligen Rennfahrern und Oldtimer-Besitzern aufgebaut, von denen auch viele am Histo-Cup teilnehmen. Dass „alte Liebe“ nicht rostet – dafür ist Jürgen Berger ein sehr gutes Beispiel: Er bestritt vor Jahrzehnten in der Formel Ford mehr als 70 Rennen. Nun schaffte er einen Formel Renault an, um bei Histo-Bewerben wieder Rennatmosphäre vom Cockpit aus schnuppern zu können. Niki Horvath geht mit einem Porsche an den Start. Bernhard Deutsch und Gerhard Mühlparzer liefern sich mit ihren Steyr Puch 650 heiße Kämpfe. Seit 2016 gab´s bereits fünf Bergrennen Bad Mühllacken -Lacken der „Neuzeit“: Ohne Zeitnehmung stellten die Besitzer älterer Rennfahrzeuge ihre Boliden vor. Auf jener Bergstrecke, auf der der spätere dreifache Formel 1-Weltmeister Niki Lauda und Jo Gartner ihre ersten Sporen als Autorennfahrer verdienten. Im Vorjahr waren beim Revival 160 Autos und Motorräder dabei. Die nächste Veranstaltung wird 2023 durchgeführt – und dann alle zwei Jahre. Alte Liebe rostet nicht Es sind besonders die Autos aus den Sechziger und Siebziger-Jahren, die die Menschen von heute faszinieren. Die meisten Enthusiasten alter Rennfahrzeuge restaurieren, hegen und pflegen ihre Blechlieblinge. Es sind nicht nur ehemalige Rennfahrer, es sind auch manche Herren gesetzteren Alters darunter, die ihre Liebe zu „schnellen Autos“ von früher etwas später entdeckt haben. „Da gibt es weniger Konkurrenzdenken und mehr Freundschaft, da hilft man sich gegenseitig aus, wenn jemand etwas braucht, da sind Fans im Fahrerlager willkommen, weil sich sehr oft interes- Bernhard Deutsch (links) und Gerhard Mühlparzer (rechts) mit ihren Steyr Puch 650. Früher in einem Formel Ford, jetzt im historischen Formel Renault: Jürgen Berger. Die Historische Fahrergemeinschaft unter der Führung von Michael Steffny und Christian Schallenberg schreibt die Histo-Cup-Bewerbe aus. Heuer werden auf sieben Rennstrecken in Österreich, Brünn, Ungarn, Kroatien, Slowakei und Most (Tschechien) 16 Bewerbe durchgeführt. Auch immer mehr Fans kommen, um vertraute Motorengeräusche von Fahrzeugen wie Austin Mini Cooper S, Fiat Abarth, Ford Escort, Ford Capri, Ford Lotus Cortina, Alfa Romeo GTA, BMW 2002, Porsche 914 und 911 usw. zu hören. Teilnahmeberechtigt sind alle Autos der Baujahre bis 1971 sowie bis 1981 „Young Timer“ bis 2001. Die Formel Historic, die BMW 325 Challenge und die Classica Trophy runden das Programm des Histo-Cups ab. Alle Standards der FIA (Internationale Motorsport-Organisation) werden eingehalten. ♦ -w.r.- www.histocup.com • www.migbm.at