Aufrufe
vor 8 Monaten

Mühlviertel Magazin Mai 2019

  • Text
  • Guute
  • Magazin
  • Leonfelden

28 | LOKALES

28 | LOKALES Mai 2019 | GUUTE MAGAZIN Fachschule Bergheim: Nach 103 Jahren ist 2024 Schluss 2024 wird die Fachschule Bergheim – eine GUUTE-Schule – in das neue Agrar-Bildungs-Zentrum (ABZ) Waizenkirchen integriert. Damit wird nach Freistadt, Katsdorf und Kirchschlag – diese Schulen wurden 2017 in das neue ABZ Hagenberg zusammengeführt – die vierte landwirtschaftliche Bildungsstätte im Mühlviertel geschlossen. Eine Besonderheit ist und bleibt Österreichs erste Bioschule, die Fachschule in Schlägl. Seit 1921 wird in Bergheim unterrichtet. Aus der Haushaltungsschule ist längst eine dreijährige landwirtschaftliche Fachschule der Fachrichtung Ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement geworden. Das Schloss Bergheim kam durch ein Vermächtnis in den Besitz des Landes: Die Besitzerin des Gutes Bergheim, Baronin Zenaide von Hirsch-Gereuth, vermachte es 1897 testamentarisch dem Land Österreich ob der Enns mit der Auflage, „dass eine Ackerbau-Akademie für Kinder adeliger Familien“ eingerichtet werde. Nach dem Tod der Baronin 1909 in Paris wurde drei Jahre später das Land Österreich ob der Enns als Alleineigentümer in die obderennsische Landtafel eingetragen. Nach dem 1. Weltkrieg stellte das Land OÖ fest, dass das Schloss adaptiert werden solle und als Bildungseinrichtung vorzüglich geeignet wäre. „Wer noch heuer im Herbst bei uns einsteigt, kann die dreijährige Ausbildung bei uns vollenden.“ DIREKTORIN ING. ROSA FELHOFER FACH Schule Wird nach 103 Jahren geschlossen: die Fachschule Bergheim bei Feldkirchen/D. Nach 103 Jahren – voraussichtlich im Sommer 2024 – wird die Schule geschlossen. „Wir werden unsere Fachschule in Bergheim aber bis dahin engagiert weiterführen“, zeigt sich Direktorin Ing. Rosa Felhofer überzeugt, „wer noch heuer im Herbst bei uns einsteigt, kann die dreijährige Ausbildung bei uns vollenden. Zudem bieten wir im Herbst wieder eine Abendschule für Erwachsene an, für die jederzeit Anmeldungen bei uns möglich sind“ Die Entscheidung des Landes macht sie und ihre Kolleginnen betroffen: „Natürlich ist eine sehr große Wehmut damit verbunden, unsere wunderschöne Schule mit integriertem Schlossareal verlassen zu müssen“, sagt Felhofer, „aber längerfristig sehen wir die Entscheidung für die Entwicklung des landwirtschaftlichen Schulwesens positiv“. Für alle Mitarbeiter gibt es übrigens eine Beschäftigungsgarantie. Gemeinde überrascht Am ABZ Waizenkirchen wird beim Land seit zwei Jahren gearbeitet. Damals wurde die Zusammenführung mit Mistelbach ins Auge gefasst. Bergheim als dritte Schule im Bunde wurde erst am 14. März 2019 offiziell von Agrarlandesrat Max Hiegelsberger (VP) genannt und traf die Gemeinde völlig überraschend. Der Gemeinderat beschloss eine Resolution, in der das Land als Besitzer ersucht wird, das Gebäude der Gemeinde zu überlassen. In den kommenden Jahren werden Räumlichkeiten für zusätzliche Krabbelstuben und Kindergartengruppen, aber auch für Klassen der Volks- und Neue Mittelschule benötigt, weil der Wohnbau und dadurch der Zuzug in die Gemeinde florieren. Ein beliebter Ort für Veranstaltungen ist der Festsaal im Schloss. Schon jetzt sind im ehemaligen Wirtschaftstrakt des Landesgutes Bergheim der Bauhof der Gemeinde und das Altstoffsammelzentrum eingemietet. Befürchtungen von Bürgermeister Franz Allerstorfer (SP), das Land könne Schloss und Grundflächen verkaufen, versuchte Landesrat Max Hiegelsberger (VP) im Gespräch mit Feldkirchner Gemeindepolitikern zu zerstreuen: Das Land verkaufe grundsätzlich keine Gründe, es denke über eine Nachnutzung nach und werde an die Gemeinde herantreten, wenn es keine Verwendung gebe. Das Land hatte 2000 mehr als 100 Hektar des Landesgutes verkauft. Infos: www.fachschule-bergheim.at ♦ Wolfgang Reisinger Foto: Reisinger

GUUTE MAGAZIN | Mai 2019 29 | LOKALES Anzeige Foto: Wolfmair GmbH GOLDWÖRTH Birgit Wolfmair (Mitte) setzt als Chefin auf flache Hierarchien und bindet ihre MitarbeiterInnen (im Bild Sarah Mitmasser und Brigitta Reiter) aktiv in die Arbeitsplatzgestaltung ein. Wolfmair Pulverbeschichtung: Erfolgreich seit 33 Jahren Seit über 40 Jahren gibt es die Firma Wolfmair, seit 33 Jahren ist man erfolgreich im Bereich Pulverbeschichtung tätig. Einen großen Anteil daran haben die Mitarbeiterinnen und die Mitarbeiter. Die Auftragsbücher sind voll, die Liste an namhaften Referenzen lang. Kurz gesagt: Bei Wolfmair läuft das Geschäft gut. Die Aufträge der Kunden bestmöglich und termingetreu zu erfüllen sei aber auch eine Herausforderung für ihre Mannschaft, ist sich Geschäftsführerin Birgit Wolfmair (47) bewusst. Sie kann zum Glück auf motivierte und erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertrauen – auch, weil man sich um das Personal besonders bemüht. „Man muss den Leuten etwas zutrauen, dann trauen sie sich auch selbst etwas zu“, beschreibt Geschäftsführerin Birgit Wolfmair ihre Philosophie in puncto Mitarbeiterführung. Konkret heißt das, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viel mitzureden haben, wenn es um ihre Arbeit geht. Und dass Birgit Wolfmair als Geschäftsführerin auch Kompetenzen abgibt: „Was man braucht, um gut zu arbeiten, wissen eben diejenigen, die arbeiten“, sagt die 47-Jährige. Seit einiger Zeit setzt man daher auf spezielle Maßnahmen zur Team-Optimierung. Die Mitarbeiter können sich dabei ih- ren Arbeitsplatz und ihren Aufgabenbereich zum Teil selbst gestalten. „Es hat nicht jeder die gleichen Stärken und Interessen. Also versuchen wir, unsere Mitarbeiter dort einzusetzen, wo sie sich selber am wohlsten fühlen.“ Mit Erfolg: „Das ist bis jetzt gut gelungen und wird ständig neu bewertet. Wichtig ist, dass man auch Probleme anspricht und dann Lösungen dafür sucht.“ Dass in einem Betrieb aus der Technik-Branche der Frauenanteil beim Personal bei 50 % liegt und er von einer Frau geführt wird, mag für manch Außenstehenden ungewöhnlich wirken. Für Birgit Wolfmair und ihre Mitarbeiterinnen ist das ganz normal. „Ich bin im Familienbetrieb groß geworden, mich hat die Technik schon immer interessiert. Und meine Mitarbeiterinnen zeigen ebenso, dass man als Frau in einem technischen Beruf genauso erfolgreich sein kann“, sagt Birgit Wolfmair. Von klischeehaften Geschlechterrollen halte sie generell sehr wenig: „Bei uns sitzen ja auch Männer im Büro.“ Eben dort, wo jeder Mitarbeiter seine persönlichen Stärken und Interessen hat. ♦ Wolfmair Wolfmair Pulverbeschichtungs GmbH Gewerbeweg 1, 4102 Goldwörth www.wolfmair.at Foto: rubra Foto-Workshop mit Profi aus Ottensheim Niemand geringeren als Rudi Brandstätter von der Bildagentur rubra aus Ottensheim engagierte sich der OÖ. Seniorenbund für einen Foto-Workshop mit dem Schwerpunkt „Sportfotografie“. Der Doyen der oö. Sport- und Pressefotografen gab dabei nicht nur wertvolle theoretische Tipps, sondern stellte sein Know-how auch bei einem Shooting in der Praxis zur Verfügung. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Landessportreferenten des oö. Seniorenbundes Walter Berger aus Schenkenfelden. Bangen um Mühlviertler VP-Nationalratsmandat Nach derzeitigem Stand scheidet Nikolaus Prinz aus St. Nikola mit Jahreswechsel aus dem Nationalrat aus. Damit hätte der Wahlkreis Mühlviertel keinen bäuerlichen Abgeordneten mehr im Nationalrat. Hätte. Denn wie aus OÖVP-Kreisen zu erfahren war, kann Prinz Nationalratsabgeordneter bleiben, wenn Spitzenkandidatin Angelika Winzig ins EU-Parlament einzieht. Durch das neue ÖVP-Vorzugsstimmenregulativ ist dies nur möglich, wenn Winzig bei den Wahlen im Mai ausreichend Vorzugsstimmen bekommt.