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Mühlviertel Magazin November 2021

28 | LOKALES

28 | LOKALES November 2021 | MÜHLVIERTEL-MAGAZIN Als die Politik aus der Pfarre eine Gemeinde machte 2025 wird für die Marktgemeinde Feldkirchen ein Jubiläumsjahr: Dann feiert sie ihren 150-jährigen Bestand als „Großgemeinde“ in der heutigen Form, kann auf 50 Jahre Wappen und 40 Jahre Markterhebung zurückblicken. Das neueste Buch von Willibald Mayrhofer ist ein Streifzug durch die Geschichte. Der Verfasser dieses Buches ist ein Feldkirchner, der 40 Jahre im OÖ. Landesarchiv gearbeitet hat. Vielen Besuchern und Hobby-Historikern ist er als hilfsbereiter und freundlicher Leiter des Bereiches familien- und herrschaftsgeschichtliche Quellen sehr gut bekannt. Er hielt auch sehr viele Vorträge und verfasste Bücher, so auch über das „Entziffern“ in Kurrent geschriebener Quellen, wie eben Matriken, Übergabeverträge und andere Urkunden. In seinem Beitrag über die Siedlungsund Herrschaftsgeschichte der Pfarre Feldkirchen hält der Autor fest, dass das Gebiet an der Donau einst sehr begehrt war, denn gleich 29 Herrschaften hatten dort Besitzungen und Untertanen, die für sie Abgaben und Dienste zu leisten hatten. Die beiden größten Herrschaften befanden sich in Landshaag und in Oberwallsee mit jeweils mehr als 100 Untertanen. Das Revolutionsjahr 1848 brachte die Befreiung von der Grundherrschaft. Ein Jahr später entstanden die politischen Ortsgemeinden mit dem Recht auf Selbstverwaltung. Auf dem Gebiet der Pfarre Feldkirchen waren es gleich sieben: (Bad) Mühllacken, Bergheim, Feldkirchen, Freudenstein, Lacken, Landshaag, Mühldorf. Diese bitterarmen Kleinstgemeinden waren meist nicht in der Lage, Steuermittel zu lukrieren, um die Verwaltung ordentlich zu führen. Schon 1868 beschloss der erst sieben Jahre vorher gegründete Landtag, solche Ortsgemeinden zu größeren Einheiten zusammenzulegen. So wurde mit Beschluss des Landtages vom 2. Dezember 1874 festgelegt, die sieben Kleinstgemeinden auf dem Gebiet der Pfarre Feldkirchen zur gleichnamigen und lebensfähigen „Großgemeinde“ zusammenschließen. Autor Willibald Mayrhofer präsentiert das Feldkirchen-Buch. Inzwischen in Pension, war er als Mitarbeiter des OÖ. Landesarchivs für viele Heimat- und Erbhof-Forscher ein wichtiger Ansprechpartner. Am 9. Dezember 1875 folgte deren Konstituierung. Die Namen der sieben ehemaligen Kleinstgemeinden leben in den heutigen Katastralgemeinden („Steuergemeinden“) weiter. Aus Lacken hat sich inzwischen eine eigene Pfarre gebildet. In einem eigenen Kapitel beschäftigt sich Willibald Mayrhofer anhand von statistischem Material mit den wirtschaftlichen Voraussetzungen der Kleinstgemeinden vor der Zusammenlegung. Wechselvolle Geschichte Die wechselvolle Geschichte der ehemaligen Burg Freudenstein, der Schlösser Bergheim, Mühldorf oder Pesenbach, Adelssitze, Freisitze und rittermäßigen Lehen, über bedeutende Adelsgeschlechter und ihre Sitze in Feldkirchen sowie deren Wappen, über das Armenhaus Mühldorf, über die Donau und ihre Schiffmühlen sowie über den Dorfbrand 1864 bilden den Hauptteil des leicht lesbaren Buches. Authentisch ist der Artikel von Bernhard Prokisch über die einst bedeutende Burg Oberwallsee, die heute zum überwiegenden Teil eine Ruine ist. Seine Tochter Katharina Prokisch beschäftigt sich mit den urgeschichtlichen Funden im Gemeindegebiet. ♦ -w.r.- „Feldkirchen an der Donau: Streifzug durch die Geschichte“, 224 Seiten, ISBN 978-3-902801-40-1, Preis: 24 Euro; erhältlich beim Postpartner in Feldkirchen, Hauptstraße 1, und im OÖ. Landesarchiv, landesarchiv@ooe.gv.at Foto: Reisinger

MÜHLVIERTEL-MAGAZIN | November 2021 29 | LOKALES Fotos: Reisinger, Privat FELDKIRCHEN – OTTENSHEIM – WALDING In drei Gemeinden der Region Urfahr-West ist die VP nun die erste Kraft Die VP ist zur führenden Kraft in den drei von allen Parteien heiß umworbenen Gemeinden Feldkirchen, Ottensheim und Walding geworden. Alle drei Bürgermeister wurden bestätigt: David Allerstorfer (SP, Feldkirchen) und Franz Füreder (VP, Ottensheim) in der Stichwahl, und Hans Plakolm (VP, Walding) im ersten Wahldurchgang. In Feldkirchen endete die Bürgermeister-Stichwahl sehr knapp: Bürgermeister David Allerstorfer setzte sich mit einem Vorsprung von 71 Stimmen gegen Sabine Lindorfer (VP) durch. Die VP ist nach 18 Jahren wieder stimmenstärkste Fraktion im Gemeinderat, wenn auch der Vorsprung auf die SP mit 17 Stimmen bei je zwölf Mandaten denkbar knapp ausfällt. Der Hauptgrund für den Verlust der absoluten Mehrheit und der Rückfall auf den zweiten Platz dürfte in erster Linie im Erfolg der Liste FAIR des ehemaligen SP-Vizebürgermeisters Robert Gumpenberger liegen. Sie schaffte auf Anhieb 14,22%, das sind vier Mandate. Das Ziel, einen Sitz im Vorstand zu erreichen, hat sich damit erfüllt. David Allerstorfer (li.) bleibt Bürgermeister in Feldkirchen/D. – Johann Plakolm (re) gewann die Bürgermeisterwahl in Walding souverän. Zufrieden, in seiner ersten Direktwahl als Bürgermeister bestätigt worden zu sein, ist David Allerstorfer: „Es war eine intensive Zeit, denn es waren Gemeindearbeit, Wahlkampf und Familie gleichzeitig zu bewältigen.“ Die VP ist mit Sabine Lindorfer als Spitzenkandidatin ins Rennen gegangen. Überrascht hat sie mit der Kandidaten-Liste: Die VP-Fraktion setzt sich aus je sechs Damen und sechs Herren zusammen. „Diese Wahlergebnisse sind für mich sensationell. Die Kräfte sind nun ja ausgeglichen verteilt, viele Wähler wünschen Veränderungen. 49 % als Newcomerin bei der Bürgermeisterwahl sind ein gewaltiger Zuspruch. Ich übernehme mit Zuversicht die Funktion als erste Vizebürgermeisterin“, kommentiert Sabine Lindorfer den Wahlausgang. In Ottensheim musste Bürgermeister Franz Füreder (VP) zum zweiten Mal in die Stichwahl, sein Konkurrent stammte erneut von proO. 2015 gewann er gegen Bürgermeisterin Ulrike Böker mit 51 %, diesmal blieb er gegen Vizebürgermeister Klaus Hagenauer mit 52,7 % obenauf. Füreder erleichtert: „Ich werde auf die Zusammenarbeit aller politischen Kräfte im Ort setzen. Es gibt ein dichtes Programm, das auf die bereits eingeleiteten Projekte aufbaut, wie die Projekterstellung für das Gemeinde- Sozialzentrum. In Walding hat es im Gemeinderat sogar hauchdünn zur absoluten Mehrheit für die VP gereicht. Sie gewann 8,14% Stimmen dazu und schaffte 13 Mandate. Sie löste die SP (minus 15,04%) als Nummer 1 ab. Die Bürgermeisterwahl wurde zu einem eindeutigen Votum für Hans Plakolm; Er erreichte gegen zwei Kandidaten 58,6 %. ♦ -w.r.- Anzeige