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Mühlviertel Magazin Oktober 2019

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30 | SPORT Oktober 2019 | GUUTE MAGAZIN Vom Ruderer zum Ironman – Paul Ruttmann will seine zweite Chance nutzen Vom Weltklasse-Ruderer zum Weltklasse-Triathleten: Paul Ruttmann. Als U23-Vizeweltmeister und WM-Sechster in der allgemeinen Klasse war Paul Ruttmann als Ruderer in der absoluten Weltspitze. In seiner zweiten Karriere als Triathlet ist er ebenfalls auf dem besten Weg, sich ganz nach oben zu arbeiten. Es war 2010, als der heute 34-jährige Ottensheimer seine Karriere als Hochleistungssportler eigentlich schon beendete. „Ich begann damals meine Ausbildung in der Polizeischule, außerdem kämpfte ich mit Motivationsproblemen“, schildert Ruttmann. Doch das schlagartige Ende der Ruder-Karriere schlug sich auf das Gemüt und sogar auf die Gesundheit: „Ich hatte Herzprobleme, weil ich nicht abtrainiert habe.“ Ein Polizeikollege, der damals schon Triathlon betrieb, motivierte ihn wieder zum Training. Und doch vergingen drei Jahre, bis sich Ruttmann 2013 erneut einem Wettbewerb stellte – seinem ersten Triathlon. Radfahren und Laufen klappte ganz gut, nur beim Schwimmen verlor er viel Zeit. Doch der Ehrgeiz war geweckt und über den Winter 2013/14 investierte der Ex-Ruderer viel Zeit in das Training. Staatsmeister geschlagen Und das lohnte sich: Beim Linz-Triathlon 2014 kam Ruttmann wie aus dem Nichts, gewann souverän und schlug dabei sogar den amtierenden Staatsmeister. „Da habe ich die 2. Chance auf eine Profi-Karriere gesehen – und die wollte ich bei den Hörnern packen“, erinnert sich der Ottensheimer. Zwei Jahre später war er auf Tuchfühlung mit der Weltspitze, holt sich Platz sechs beim Ironman 70.3 in St. Pölten. Doch ein Riss der Bauchmuskulatur bremste Ruttmans Ambitionen jäh. Es dauerte weitere zwei Jahre, bis er sich wieder in absoluter Top-Form zurückmeldete. Abgelehnt und dann gewonnen Der Durchbruch gelang ihm dann beim Ironman in Podersdorf 2018. Kurz vor dem Rennen hatte man noch sein Aufnahmegesuch für den Spitzensportkader des Innenministeriums abgelehnt. „Ich fragte den Beamten noch, ob sich das Blatt für mich wenden könnte, wenn ich morgen die Staatsmeisterschaften über die Langdistanz gewinne“, blickt Ruttmann zurück. Die Antwort: Dann werde man sich eventuell noch einmal hören. Der Ottensheimer holte sich tatsächlich den Sieg: „Drei Wochen später hat mein Telefon geläutet – man hat mich schließlich doch aufgenommen.“ Für den 34-Jährigen ein entscheidender Schritt, denn seither kann er sich zu 100 % auf das Training und die Wettkämpfe konzentrieren. 25 Stunden pro Woche investiert der zweifache Vater, um sein großes Ziel zu erreichen: Einen Ironman zu gewinnen und sich damit für die Weltmeisterschaft auf Hawaii zu qualifizieren. Ein Ziel, das durchaus realistisch erscheint. Als Sechster und bester Österreicher beim heurigen Ironman in Klagenfurt holte er sich erneut den Staatsmeistertitel, obwohl er auf der Radstrecke fehlgeleitet wurde und einige Minuten verlor. „Ich kann mich sicher noch verbessern, vor allem beim Schwimmen. Wenn alles zusammenpasst, dann kann ich mir den Traum von einer WM-Quali erfüllen“, zeigt sich Ruttmann selbstbewusst. Seine Wurzeln als Ruderer kommen Ruttmann vor allem beim Radfahren zugute: „Radfahren und Rudern passen gut zusammen.“ An ein Comeback im Boot denkt er aber nicht, sein Herz schlägt jetzt für Triathlon. „Ich war natürlich als Zuschauer bei der Heim-WM in Ottensheim mit dabei und beeindruckt von der Leistung der Athleten – gleichzeitig aber froh, nicht mehr dem Stress eines Ruderers ausgesetzt zu sein.“ ♦ -m.e.- Paul Ruttmann Alter: 34 Jahre Verheiratet, 2 Kinder Wohnort: Ottensheim Verein: PSV Tri Linz Beruf: Polizist/Triathlet Fotos: lichtlinien.at

GUUTE MAGAZIN | Oktober 2019 31 | SPORT Fotos: beha-pictures FUSSBALL Duell der Mühlviertler Top- Landesligisten steigt am 12. Oktober in Bad Leonfelden Nachdem sie zum Auftakt gleich klargestellt haben, dass sie es heuer wissen möchten, treffen die Mühlviertler Top-Landesligaclubs am Samstag, 12. Oktober 2019, um 17 Uhr, im direkten Duell aufeinander: In der Vortuna-Arena steigt das Duell zwischen Bad Leonfelden und Rohrbach-Berg. MÜHLVIERTLER Derby Die Zutaten für das Spitzenspiel haben es in sich: Beide Teams rangieren nach einem Topstart in die neue Saison an der Spitze der Landesliga Ost. Bad Leonfelden konnte dabei nahtlos an das herausragende Frühjahr anschließen – und die Rohrbacher zeigten sich bei einer effizienten Offensive vor allem in der Abwehr rund um den herausragenden Keeper Raphael Strixner enorm stark. Besondere Brisanz bekommt der Mühlviertler Fußballgipfel auch durch die Tatsache, dass ausgerechnet Rohrbach-Berg den Kurstadtkickern die bislang einzige Heimniederlage im Jahr 2019 zufügte: Ende Mai gingen die Schützlinge von Coach Christian Eisschiel in der Vortuna-Arena als 3:1 (1:1)-Sieger vom Platz. Dass dort die Trauben mitunter extrem hoch hängen, musste in der dritten Runde des aktuellen Herbstdurchganges die DSG Union Naarn zur Kenntnis nehmen: Sie wurde von den Hausherren mit der auf So wie hier Kapitän Felix Keplinger (helle Dress) beim Schützenfest gegen Naarn bittet die SU Vortuna Bad Leonfelden am 12. Oktober die Union Pieno Rohrbach-Berg zum heißen Derbytanz. diesem Leistungsniveau unglaublichen Packung von 9:1 (3:0) in das Machland nach Hause geschickt. Gallneukirchen im freien Fall In der Bezirksliga Nord sorgt indes der offensichtlich freie Fall des SV Gallneukirchen für Erstaunen. War doch für die blutjunge Truppe von Coach Werner Traxler bislang nicht viel zu holen. Sollte es in dieser Tonart weitergehen, droht dem Landesliga-Absteiger sogar der Absturz in die 1. Klasse. Nicht wirklich rund läuft es auch für die Union Wippro Vorderweißenbach: Bei den Schmankerldorfkickern liegen Licht und Schatten eng beisammen. So wie schon in der Landesliga hat man auch in der Bezirksliga vor allem in der Defensive immer wieder Probleme. Solche sind für den SV Freistadt kein Thema. Die Schützlinge von Trainer Samir Hasanovic dürfen sich über einen prächtigen Saisonstart mit etlichen, teils deutlichen Siegen freuen. ♦ Zwei Landesliga-Absteiger, zwei durchwachsene Starts in die neue Meisterschaft: Während Wippro Vorderweißenbach (im Bild Tobias Eckerstorfer, weiße Dress) in der Bezirksliga mit Problemen in der Defensive zu kämpfen hat, läuft beim SV Gallneukirchen (im Bild Jakob Martin Gstöttenmair) bislang generell nicht viel zusammen.