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Mühlviertel Magazin Oktober 2020

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4 | POLITIK

4 | POLITIK Oktober 2020 | GUUTE MAGAZIN LABG. JOSEF RATHGEB „Die Sicherheit der Menschen hat vor dem Wolf zu kommen!“ Klare Worte zur Diskussion rund um die auch im Mühlviertel rasch größer werdende Wolfspopulation findet der Urfahraner LAbg. Bgm. DI Josef Rathgeb: „Die Sicherheit der Menschen hat vor dem Wolf zu kommen“, sagt der ÖVP- Politiker. Konkret fordert er eine Verringerung des derzeit absolut geltenden Schutzstatus. LAbg. Josef Rathgeb fordert ein praxisnahes Regelwerk für den Umgang mit dem Wolf. „Es geht nicht darum, den Wolf wieder auszurotten. Vielmehr geht es um praktikable Lösungen, die sowohl dem Artenschutz als auch den Menschen mit ihrem Sicherheitsbedürfnis und den wirtschaftlichen Interessen gerecht werden“, sagt Rathgeb. Gemeinsam mit seinen Kollegen im VP-Klub hat er daher im oö. Landtag einen Initiativantrag eingebracht, der darauf abzielt, das europäische Regelungsregime für den Wolf an die Situation in den Regionen anzupassen. „Das derzeitige Regelwerk sorgt dafür, dass uns auch im Fall der immer häufiger auftauchenden Problemwölfe die Hände völlig gebunden sind. Hier braucht es im Interesse der betroffenen Menschen eine praxisnahe Lösung“, erklärt der Oberneukirchner Bürgermeister. Schutzstatus anpassen Konkret schlägt er vor, den Schutzstatus des Wolfes in der sogenannten FFH-Richtlinie vom Anhang IV in den Anhang V zu verschieben. Damit bliebe er nach wie vor geschützt, ein Ein- griff in Problemfällen wäre aber möglich. Den totalen Schutz des Wolfes hält Rathgeb angesichts der rasant steigenden Wolfspopulation in Europa inzwischen für überzogen. „Mit 15.000 bis 20.000 Wölfen allein in der EU ist der geforderte, sogenannte günstige Erhaltungszustand für den Wolf längst erreicht – er ist definitiv nicht mehr vom Aussterben bedroht“, sagt er. Dazu fordert der Landtagsabgeordnete, dass die für die Richtlinie maßgebliche Beurteilung europaweit und nicht nationalstaatlich erfolgen soll: „Große Beutegreifer wie der Wolf halten sich nun einmal nicht an Landesoder Verwaltungsgrenzen!“ Der Umgang mit der stetig größer werdenen Wolfspopulation sorgt auch im Mühlviertel zusehends für Probleme. Tier- und Weidehaltung in Gefahr Sollte das teilweise als exponentionell eingestufte Wachstum der Wolfspopulation in Zukunft ungehindert weiter gehen, sieht Josef Rathgeb die traditionelle Tier- und Weidehaltung und in weiterer Folge die heimische Kulturlandschaft in Gefahr. „Es kann nicht sein, dass über viele Jahrzehnte gewachsene Strukturen aufs Spiel gesetzt werden“, sagt der Politiker – und verweist auch hier auf das Schutzbedürfnis der Menschen. „Ohne den Wolf zu dämonisieren – er ist und bleibt ein Raubtier. Und damit ist eine Gefahr für den Menschen nie auszuschließen. Es gibt daher meiner Meinung nach die klare Verpflichtung des Gesetzgebers, passende Regulative zu schaffen, die ein Maximum an objektiver und natürlich auch an subjektiver Sicherheit für die Nutztierhaltung und den Menschen garantieren“, stellt der VP-Landtagsabgeordnete klar. ♦ -b.h.- Fotos: Privat, stock.adobe.com

GUUTE MAGAZIN | Oktober 2020 5 | LOKALES Foto: Mühlviertel Magazin/Enzenhofer ERNTEBILANZ Ein gutes Jahr für das Grünland Saftig-grüne Wiesen, volle Silos und gute Futterqualität: Nach der anhaltenden Trockenheit in den vergangenen Jahren konnte sich das heimische Grünland heuer erholen. Kaum Niederschläge, ausgetrocknete Böden und wenig Futterreserven aufgrund der trockenen Witterung in den vergangenen Jahren: Im heurigen Frühjahr sehnten die Bauern ergiebigen Regen herbei. Und er sollte kommen. Auf einen sehr trockenen April folgten feucht-warme Wochen, die Entspannung brachten: „Die Grünlandbestände erholten sich überraschend rasch und gut, sodass der erste Aufwuchs meist sehr zufriedenstellende Erträge mit guten Qualitäten brachte“, sagt Helmut Feitzlmayr von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Und die für die heimischen Wiesen optimale Witterung sollte anhalten. Warme Temperaturen, ausreichende Niederschläge und keine nennenswerten Hitzeperioden waren die idealen Voraussetzungen, sodass mit beim zweiten und dritten Schnitt viele Silos und Heuböden bereits gut gefüllt waren. Etliche Bauern haben sich mit der vierten und teilweise sogar fünften Mahd Reserven in Form von Silo- und Heuballen aufbauen können. Aufgrund der begrenzten Haltbarkeit – ein bis zwei Jahre bei Silo-, bis zu drei Jahre bei Heuballen – ist dies aber keine längerfristige Garantie gegen Futtermittelknappheit. Auf die zumeist schon prall gefüllten Silos kam im September vielerorts auch noch der Futtermais. Hitzesommer noch spürbar Die Folgen der heißen Sommer der vergangenen Jahre seien zudem nach wie vor spürbar, sagt Feitzlmayr: „Arten wie Schafgarbe, Ferkelkraut oder Gundelrebe, die von den Kühen nur ungern gefressen werden, haben sich aufgrund der Schwächung der hochwertigen Futtergräser stärker ausgebreitet.“ Es werde noch weitere Jahre mit guten Niederschlägen brauchen, damit sich Futtergräser, Klee und wertvolle Kräuter wieder durchsetzen könnten. ♦ -m.e.- Anzeige Anzeige