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Mühlviertel Magazin September 2021

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14 | INTERVIEW

14 | INTERVIEW September 2021 | MÜHLVIERTEL-MAGAZIN LAbg. Josef Rathgeb: „Der Region und ihren Menschen eine starke Stimme geben“ Stellvertretend für alle Abgeordneten, deren Amtszeit in wenigen Tagen zu Ende geht, baten wir das Urfahraner Landtagsmitglied Josef Rathgeb zu einem Bilanzgespräch. Der Oberneukirchner Bürgermeister und VP-Politiker rückte dabei gegenüber Chefredakteur Bernhard Haudum vor allem die Region und ihre Menschen in den Mittelpunkt. Herr Abgeordneter, sechs Jahre Landtag sind bald Geschichte. Wie fällt Ihre ganz persönliche Bilanz für die nun zu Ende gehende Periode aus? Rathgeb: Es war eine intensive Zeit mit vielen Herausforderungen. Dabei sind es vor allem die Menschen und die vielen persönlichen Begegnungen, die besonders prägend waren. Ich habe versucht, für die Bevölkerung da zu sein und der Region im Landtag eine starke Stimme zu geben. Ist Ihnen das gelungen? Rathgeb: Ich hoffe es. Einerseits habe ich mich sachpolitisch intensiv eingebracht – und andererseits war ich bemüht, bei all jenen Anliegen etwas weiterzubringen, die die Menschen unmittelbar an mich herangetragen haben. Sind diese ganz persönlichen Hilfen auch anno 2021 immer noch ein großes Thema? Rathgeb: Absolut. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht jemand mit einem Anliegen oder einer Idee zu mir kommt. Ich sehe es als meine Aufgabe, zuzuhören und im Rahmen meiner Möglichkeiten zu helfen. Das ist menschlich bereichernd und gibt dem politischen Leben eine völlig neue Dimension und Sinn. Wo drückt die Bevölkerung dabei am häufigsten der Schuh? Rathgeb: Die Anliegen sind so wie das Leben. Probleme im Job, in Beziehungen oder bei Projekten gibt’s da ebenso wie ganz individuelle Sorgen. Ich habe dabei meinen ganz speziellen Zugang: Für mich ist ein Problem eine Lösung im Arbeitsgewand. Damit fahre ich gut und kann in vielen Situationen auch tatsächlich unterstützend wirken. Ist das nicht manchmal sehr anstrengend? Rathgeb: Nein, eigentlich erfüllend. Zumal für mich mein Beruf gleichzeitig Berufung ist. Und wenn man etwas mit großer Begeisterung macht, sind die Grenzen natürlich auch ganz andere. Apropos Grenzen: Wo liegen diese bei Josef Rathgeb zwischen der Politik und dem Privatleben? Rathgeb: Nachdem ich sehr gerne in Gesellschaft bin, gibt es da keine strenge Abgrenzung. Bis auf ein paar Tage Urlaub bin ich fast immer erreichbar. Ich brauche aber schon auch meine Auszeiten, meine Akkus tanke ich in der Familie, bei meinen Freunden und in der Natur auf. Gibt es eigentlich auch in der Politik so etwas wie Freunde? Rathgeb: Ja, sicher. Vor allem aber gibt es eine Menge freundschaftlicher Beziehungen. Diese leisten ihren Beitrag zu einem guten persönlichen Klima – und ein solches ist natürlich auch bei der Lösung von Sachproblemen absolut kein Nachteil. Stichwort Sachprobleme: Auf welches Projekt, das in den letzten Jahren umgesetzt wurde, sind Sie besonders stolz? Rathgeb: Regionalpolitisch steht sicherlich das INKOBA Sterngartl an vorderster Stelle. Mit diesem wurde ein Vorzeigeprojekt geschaffen, das 500 neue Arbeitsplätze in die Region bringt. Damit wird auch ein wichtiger Beitrag zur regionalen Wertschöp- Zur Person Dipl.-Ing. Josef Rathgeb • 54 Jahre • lebt mit seiner Familie in Oberneukirchen • Landtagsabgeordneter • seit 2015 im oö. Landtag • Bürgermeister von Oberneukirchen/Waxenberg/Traberg • ÖAAB-Bezirksobmann • Stv. Urfahraner Bezirksjägermeister Fotos: Privat

MÜHLVIERTEL-MAGAZIN | September 2021 15 | OBERNEUKIRCHEN AKTUELL fung und zum Klimaschutz geleistet. Für letzteren setzen wir uns auch in den Gemeinden intensiv ein, mit Projekten wie der Ausstattung aller Seniorenhäuser im Bezirk mit Photovoltaikanlagen sind wir hier inzwischen eine Vorzeigeregion. Und womit sind Sie in Ihrer Landtagsarbeit besonders zufrieden? Rathgeb: Neben wichtigen Budgetbeschlüssen war ich bei der neuen oö. Bauordnung und dem neuen Raumordnungsgesetz federführend mit dabei. Durch meine Erfahrungen als Bürgermeister konnte ich hier eine wichtige Sichtweise aus der Praxis einbringen. Ich denke, diese Reformwerke mit mehr als 100 Neuerungen, weniger Bürokratie und deutlich mehr Rechtssicherheit können sich durchaus sehen lassen. Politik als Beruf und als Berufung: Josef Rathgeb ist gerne unter Menschen. Abschließend noch zu den bevorstehenden Landtagswahlen: Was erwarten Sie sich davon? Rathgeb: Landeshauptmann Thomas Stelzer hat einen großartigen Job gemacht, er geht mit einem starken Team in die Wahlen. Ich hoffe, dass die Wähler das honorieren und ihm ihr Vertrauen schenken. Für mich als ÖVP-Spitzenkandidat für den Bezirk Urfahr-Umgebung hoffe ich dasselbe. Wir sind gut aufgestellt und zuversichtlich, mit unseren Vorstellungen den Menschen eine starke Stimme zu geben. ORTSKERNBELEBUNG Bauarbeiten für Gemeindezentrum gehen ins Finale Das neue, multifunktionale Gemeindezentrum am Marktplatz von Oberneukirchen wird am Sonntag, 12. September eröffnet. Fotos: Enzenhofer, Raiba Das neu gebaute, moderne Gebäude wird nach seiner Fertigstellung verschiedensten Verwendungszwecken gerecht: Das neue Gemeindeamt samt Bürgerservice und Postpartnerstelle, ein Veranstaltungs- und Trauungssaal, Geschäftsflächen mit Gastronomie und Gesundheitsangeboten sowie sechs Wohnungen sind hier untergebracht, ebenso wie der neue Nahversorger „manuell – bäckerei/konditorei/cafè“. Als begleitende Maßnahme wird derzeit der Marktplatz neu gestaltet. Der Verkehr wird entschleunigt und von der Raiffeisenbank Mittleres Rodltal eine Tiefgarage errichtet. Die Errichtung dieses 5-Mio.-Projektes erfolgt mit Unterstützung des Landes OÖ durch die Marktgemeinde Oberneukirchen mit der Landeswohnungsgenossenschaft LAWOG als Partner. Die Marktgemeinde Oberneukirchen lädt am Sonntag, dem 12. September um 08:30 Uhr zur Festmesse und anschließend zur offiziellen Eröffnung des neuen multifunktionalen Gemeindezentrums um 9.30 Uhr recht herzlich ein. Letzte Arbeiten am neuen Gemeindezentrum laufen. Raiffeisenhaus in Traberg eröffnet Mit einem Festakt und Frühschoppen wurde das neue Raiffeisenhaus in Traberg bereits am 15. August offiziell eröffnet. Neben der Bankfiliale der Raiffeisenbank Mittleres Rodltal und Wohnungen ist im neuen Gebäude auch das „Tratscherl“ untergebracht, das Café und Kaufgeschäft vereint. Der Ortsentwicklungsverein „Traberg aktiv“ hat mit der Gemeinde zudem die Freizeitfläche vor dem Gebäude als Grün- und Spielfläche neu gestaltet. ♦ Zahlreiche Ehrengäste nahmen an der Eröffnung des neuen Raiffeisenhauses teil.