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Mühlviertel Magazin Themenschwerpunkt Tourismus 2020

12 | TOURISMUS Juli

12 | TOURISMUS Juli 2020 | GUUTE MAGAZIN Günter Riepl: Vom Kellner-Lehrling zum Beautyfarm-Chef GÜNTER Riepl „Waldbademeister“ und Beautyfarm-Chef Günter Riepl bei der Wanderung zum Sternstein. Für jene großen Chancen, die eine Berufslaufbahn in der Gastronomie und Hotellerie bieten kann, steht Günter Riepl: Der Branchenprofi schaffte es vom Kellnerlehrling zum Inhaber und Chef der Beautyfarm Sternsteinhof in Bad Leonfelden. Dort lebt er seit Jahren jenen Traum, der ihn schon als Jugendlicher beschäftigte. Dass sich Riepl seit damals intensiv mit den Themen Schönheit und Gesundheit beschäftigt, hat einen ganz besonderen Grund: Der kleine Günter hatte als Kind mit einer damals als unheilbar geltenden Schuppenflechte ein schweres Handicap zu tragen. Dutzende Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und vor allem Einschränkungen im täglichen Leben prägten das Aufwachsen des Buben in seinem Heimatort Sandl im Bezirk Freistadt. Der Wunsch der Eltern, einen handwerklichen Beruf zu erlernen, war aufgrund der Krankheit nicht möglich. Beim AMS in Freistadt, das damals noch Arbeitsamt hieß, schlug man Riepl nach dem Abschluss der Pflichtschule daher eine Lehre in der Gastronomie vor. Er griff zu – und landete bei einer der damals besten Adressen im Mühlviertel: Im Böhmertor in Bad Leonfelden. Dieses gehörte zum Gastro-Imperium des legendären Unternehmers Hermann Pammer. „Ich hab schnell gemerkt, dass mir das taugt und mich entsprechend engagiert“, erinnert sich der heute 61-Jährige an den Start seiner Berufslaufbahn. Lange, manchmal 15-stündige Arbeitstage wurden für den Kellner-Lehrling ebenso zu einer Selbstverständlichkeit wie die Kontakte zu den illustren Gästen, die damals im Böhmertor ein und aus gingen. Eine Fahrt mit Folgen Einer dieser Gäste betrieb ein Busunternehmen und organisierte regelmäßig Fahrten zu einer damals sehr bekannten Heilpraktikerin in Trautenfels in der Steiermark. Als der noch immer unter seiner Hauterkrankung leidende Junggastronom spitz bekam, dass bei einer dieser Fahrten noch ein Platz frei war, krallte er sich diesen und wurde bei der Heilerin vorstellig. Mit unerwarteten Folgen: Durch die Behandlung klang seine Krankheit binnen kürzestem ab. „Ich war völlig perplex, ich hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, mit der Schuppenflechte leben zu müssen“, erinnert sich Günter Riepl. Die Frage, wie so etwas möglich sei, beschäftigte ihn in der Folge so intensiv, dass er sich mit der entsprechenden Literatur auseinanderzusetzen begann: Bücher über alternative Heilpraktiken und die dazu gehörende Ernährung wurden ebenso zu seinen ständigen Begleitern wie das Interesse an natürlichen Pflegesubstanzen für die Haut. Kellnerlehrling Günter Riepl 1974 im Böhmertor Bad Leonfelden. „Es ist schön, für die Gäste da zu sein und zu sehen, wie ihnen der Aufenthalt bei uns gut tut.“ GÜNTER RIEPL

GUUTE MAGAZIN | Juli 2020 13 | TOURISMUS Gastronomische Wanderjahre Diese Themengebiete ließen ihn auch auf seinen gastronomischen Wanderjahren nicht los: Bei Aufenthalten in Tirol – dort arbeitete er u. a. in einem heute durch die Fernsehserie „Bergdoktor“ bekannten Hotel – und in Frankreich vertiefte er sein Wissen weiter. Mit diesem kam er Ende der 1970er-Jahre nach Bad Leonfelden zurück. Und so wie am Start seiner Berufslaufbahn war es auch diesmal wieder eine Begegnung mit Hermann Pammer, die weitreichende Folgen hatte: Die damals zur Kurhausgesellschaft gehörende Gastronomie bei den Sternsteinliften brauchte nach einer Insolvenz einen neuen Kopf – und Günter Riepl war dafür zur richtigen Zeit am richtigen Ort. 1979 übernahm er dort die gastronomische Leitung – und in den Sommermonaten gleich den Gastrobereich im damaligen Kurhaus (dem heutigen Vortuna) dazu. Dort lernte er einen weiblichen Gast kennen, mit dem er über seine Krankheitsgeschichte und die daraus resultierenden persönlichen Interessen ins Gespräch kam. Dieser verriet ihm eine Schönheitsfarm im Burgenland. „Ich bin dort auf Verdacht hingefahren und war dann der einzige männliche Gast unter lauter Damen“, erzählt Günter Riepl heute schmunzelnd von seinem ersten Kontakt mit einem „echten“ Beautybetrieb. Der Schritt zur Beautyfarm Durch die dort gewonnenen Erfahrungen und nach weiteren Besuchen in anderen Betrieben der Branche war für ihn klar, dass er etwas in dieser Richtung machen möchte. Mit dem Sternsteinhof, den er nach einigen Jahren als Pächter kaufen konnte, sah er dabei die optimalen Voraussetzungen gegeben. „Die einzigartige Lage schien mir ebenso ideal wie die vielen Möglichkeiten, die sich durch das Umfeld mitten in der Natur ergeben“, erinnert er sich. 1988 kamen die ersten Beautygäste ins Haus – und legten den Grundstein für jenen Betrieb, der heute eine fixe Größe in der Tourismusregion Mühlviertler Hochland ist. Jahr für Jahr um zusätzliche Angebote und mit neuen Zimmern erweitert, darf sich die Beautyfarm heute über viele Stammgäste freuen. Diese schätzen die spezielle Atmosphäre im Haus ebenso wie die Kompetenz des inzwischen auf 25 Mitarbeitern angewachsenen Teams. Im Zentrum dieses steht nach wie vor der Chef selber. „Mich freut’s immer noch so wie am ersten Tag. Es ist schön, für die Gäste da zu sein und zu sehen, wie ihnen der Aufenthalt bei uns gut tut“, sagt Günter Riepl. Mehr als nur Schönheit... Und auch wenn beim Sternsteinhof unmissverständlich „Beautyfarm“ draufsteht, ist dort inzwischen viel mehr als „nur“ Schönheit drinnen. „Wahre Schönheit kommt auch von innen und hängt zentral mit dem Wohlbefinden von Körper und Geist zusammen“, sagt Riepl. Damit dieses gegeben ist, spielen Entschleunigung und Entschlackung in dem Bad Leonfeldner Betrieb ebenso eine wichtige Rolle wie bewusste Ernährung und die Bewegung in der Natur. Der Chef des Hauses ist dabei stets mittendrin statt nur dabei: Wenn’s um den Einkauf hochwertiger, naturnaher Lebensmittel geht, bringt er sich In Planung: Bau von hochwertigen Appartements beim Sternsteinhof. ebenso ein wie bei den Wanderungen rund um den Sternstein. Dort kennt er sich nicht nur bestens aus, sondern stellt auch das Know-how als offiziell zertifizierter „Waldbademeister“ zur Verfügung. Die dabei zu spürende, starke Kraft des Waldes ist es auch, in der Günter Riepl einen wichtigen Faktor für die Zukunft seines Hauses sieht. „Wir überlegen, der steigenden Nachfrage nach hochwertigen Appartements Rechnung zu tragen“, sagt der Gastro- und Hotelprofi. Die ersten Entwürfe dafür gibt es bereits – und mit ihnen die Perspektive, dass in der einzigartigen Erfolgsstory vom Kellner-Lehrling zum Beautyfarm-Chef noch ein weiteres, spannendes Kapitel aufgeschlagen wird. ♦ Bernhard Haudum „Mit dem Bad Weinberger Heilwasser unterstützen wir Sie bei Neurodermitis und Schuppenflechte“. www.sternsteinhof.at – nur für Damen... Fotos: Sternsteinhof