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Mühlviertel Magazin Themenschwerpunkt Tourismus 2020

24 | LOKALES Juli

24 | LOKALES Juli 2020 | GUUTE MAGAZIN NEUES WOHNEN IN GEMEINSCHAFT LEADER-Projekt beschäftigt sich mit Zukunft des Wohnens Seit zwei Jahren läuft in der LEADER-Region Mühlviertler Kernland das Projekt „Neues Wohnen in Gemeinschaft“. Dabei werden nicht nur bei diversen Veranstaltungen Zukunftsfragen zur Art des Zusammenlebens erörtert, sondern auch konkrete Projekte geplant und manche davon sogar bereits umgesetzt. In jüngster Vergangenheit war es die Corona-Krise, die viele Menschen zum Nachdenken über ihre Wohnsituation gebracht hat. Für Bewohner in Single-Haushalten sei es viel schwerer gewesen, die Zeit der Isolation zu bewältigen, ist sich LEADER-Managerin Conny Wernitznig sicher: „Je unsicherer die Zeiten, desto wichtiger wird das eigene Wohnumfeld.“ Wohnen in Gemeinschaften – sei es im betreuten Wohnen für Senioren, in lebendigen Gemeinschaften oder anderen Formen – habe gezeigt, dass man hier leichter mit den Auswirkungen der Krise umgehen kann. „Gemeinschaftliches Wohnen kann dabei unterstützen, kollektive oder persönliche Krisen zu bewältigen“, sagt Barbara Tröls. Das Interesse an Gemeinschaftswohnprojekten sei in den vergangenen Jahren gestiegen, sagt die Projektkoordinatorin. Projekte umgesetzt und in Planung In Tragwein wurde mit Unterstützung der LEADER-Region bereits ein Gemeinschaftswohnprojekt umgesetzt, in Waldburg erfolgt noch im Juli der Bau- Projektleiterin und LEADER-Managerin Conny Wernitznig (Mitte) mit den ProjektkoordinatorInnen Kurt Prandstetter, Monika Weißengruber und Barbara Tröls. start für ein weiteres. Auch in anderen Gemeinden laufen bereits Planungsarbeiten: In Freistadt soll etwa der Neubau des Unimarkts mit einem Gemeinschaftswohnprojekt verbunden werden, in Windhaag, Lasberg und Hirschbach hat man ebenfalls Interesse bekundet. Die LEADER-Region steht dabei nicht nur mit dem in den vergangenen Jahren aufgebauten Know-how zur Verfügung: „Für entsprechende Projekte gibt es auch die Möglichkeit einer finanziellen Förderung“, sagt LEADER-Managerin Conny Wernitznig. Weitere Infos gibt es im Web unter www.wohneningemeinschaft.at ♦ Foto: Mühlviertel Magazin/Enzenhofer AUSWIRKUNGEN DER CORONA-KRISE SPÖ fordert mehr Unterstützung für Frauen Massiver Mehraufwand für die Kinderbetreuung, Angst vor Job-Verlust und Mehrfachbelastung im Haushalt: Die Corona-Krise habe vor allem die Situation für Frauen drastisch geändert. Das ist das Ergebnis einer von der SPÖ in Auftrag gegebenen Studie zum Thema „Frauen und Arbeitsmarkt“. Betriebsrätin Doris Kremeier (links) und SPÖ-Bezirksfrauenvorsitzende Beverly Allen-Stingeder fordern mehr Unterstützung für Frauen ein. Foto: SPÖ Laut der Umfrage befürchten zwei Drittel der 1000 befragten Frauen, dass sich ihre berufliche Situation verschlechtern wird. „Vor allem Frauen in Kurzarbeit und Alleinerzieherinnen haben Angst vor einem möglichen Jobverlust“, erläutert Betriebsrätin Doris Kremeier. Zudem seien 42 % der Befragten der Meinung, dass der Aufwand für die Kinderbetreuung für sie persönlich gestiegen ist. Die SPÖ-Bezirksfrauenvorsitzende von Urfahr-Umgebung, Beverly Allen-Stingeder, fordert deshalb von der Bundesregierung entsprechende Maßnahmen ein: „Viele Frauen fühlen sich alleingelassen.“ Deshalb sei es notwendig, dass ein Teil der Hilfspakete der Regierung explizit Frauen berücksichtige. Konkret gefordert werden ein Paket für Alleinerziehende, die von der Corona-Krise besonders hart getroffen wer- den. Die SPÖ-Frauen fordern zudem, dass der Familienhärtefonds alle Kinder gleich behandelt, egal, ob Eltern vor oder nach Beginn der Corona-Krise arbeitslos geworden sind. Weitere Maßnahmen sollen zur finanziellen Entlastung beitragen: eine staatliche Unterhaltsgarantie, die ersten 1700 Euro des Einkommens sollen steuerfrei sein und das Arbeitslosengeld auf 70 % erhöht werden. ♦

GUUTE MAGAZIN | Juli 2020 25 | LOKALES Wahl-Mühlviertler ist neuer ÖGB-Landessekretär Mit Stefan Guggenberger (39) ist ein Neo-Feldkirchner seit 1. April neuer Landessekretär des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) in Oberösterreich. Er löste Walter Haberl ab, der seit elf Jahren in dieser Funktion war – dieser genießt jetzt die Freizeitphase seiner Altersteilzeit. Foto: ÖGB Der „Sprung“ ins Mühlviertel war für Guggenberger nicht allzu groß: Der Hartkirchner wechselte mit seiner Familie über die Donau in die Nachbargemeinde. „In Feldkirchen habe ich ein Haus für uns gekauft. Gerade richtig für mich, denn ich bin ein Bastler. Wir fühlen uns sehr wohl in der neuen Umgebung und sind sehr gut aufgenommen worden“, ist der Landessekretär mit seiner neuen Heimat zufrieden. In diese neue Funktion schlüpfte Guggenberger am Höhepunkt der Corona-Krise, also inmitten einer bisher beispiellosen Herausforderung: „Wir unterstützen die einzelnen Gewerkschaften beim Abarbeiten tausender Kurzarbeits-Anträge, außerdem gibt es viele Anfragen unserer Regionalsekretariate, weil unsere Mitglieder kompetente Beratung in dieser schwierigen Zeit erwarten.“ Die Kurzarbeit bringe Vorteile für Unternehmen und die Beschäftigten: „Einerseits beweisen die Arbeitgeber damit Verantwortung für ihre Mitarbeiter und die Gesellschaft. Andererseits wird dadurch sichergestellt, dass nach überstandener Krise das Wirtschaftsleben so schnell wie möglich wieder hochgefahren werden kann.“ „Wir unterstützen die einzelnen Gewerkschaften beim Abarbeiten tausender Kurzarbeits-Anträge“ STEFAN GUGGENBERGER Der neue ÖGB-Landessekretär Stefan Guggenberger. Seit Jugend aktiv Seit seiner Zeit als Lehrling ist Stefan Guggenberger im ÖGB aktiv. Seine ersten gewerkschaftlichen Erfahrungen sammelte er als Jugendvertrauensrat und Ersatzbetriebsrat in seinem Lehrbetrieb, der Firma EBG (später VA Tech Elin EBG). Er fungierte auch als Landesvorsitzender der Gewerkschaftsjugend, die er im Vorstand der Arbeiterkammer vertrat. Guggenberger bildete sich im Arbeits- und Sozialrecht, im Projektmanagement, in der Betriebs- und Volkswirtschaft weiter. Er ist Absolvent der Zukunftsakademie der Arbeiterkammer und der Sozialakademie. Der gelernte Elektromechaniker und Betriebselektriker war vor seiner Bestellung Bildungsverantwortlicher und betriebsbetreuender Sekretär bei der Gewerkschaft PRO-GE („Produktions-Gewerkschaft“) und war dabei im Bezirk Gmunden für 34 Betriebe und etwa 4000 Gewerkschaftsmitglieder zuständig. Als erster Ansprechpartner für Betriebsräte kennt er die Herausforderungen und Probleme der Arbeitnehmer. In seiner neuen Funktion als Landessekretär zählt Koordination zu seinen täglichen Aufgaben. Er ist im ÖGB auch der wichtigste Mitarbeiter des Landesvorsitzenden Johann Kalliauer. In Oberösterreich gehören 247.251 Menschen dem ÖGB (Stand Ende 2019); das sind um 0,7 Prozent oder 1718 mehr als ein Jahr zuvor. Ein Betriebsrat in einem Unternehmen ist für Guggenberger unersetzlich. „Unternehmer, die sich dagegen wehren, wissen oft gar nicht, welche Chancen sie dadurch vergeben, wenn sie auf Mitsprachrecht und Erfahrungen der Mitarbeiter verzichten. Es gibt aber auch Firmen, die sich über die Gründung eines Betriebsrates freuen.“ Guggenberger sieht in der hohen Arbeitslosigkeit in OÖ – im April 90, im Mai 77 Prozent mehr als im Vorjahr – eine Mammutaufgabe: „Dramatisch ist besonders die Lage unter den bis 25 Jahre. Die Lehrlingsförderung des Bundes für die Wirtschaft halte ich für ganz wichtig.“ Die Lohnrunden im Herbst werden vermutlich „verhalten“ ausfallen. „Bewertet werden bei unseren Forderungen die letzten zwölf Monate. Es muss so viel herausschauen, damit die Kaufkraft der Menschen erhalten bleibt, weil dadurch der Konsum gestützt wird“, stellt Guggenberger fest. Die jüngst abgeschlossenen Kollektivverträge für die Postbediensteten mit einem Plus von 1,56 Prozent, die in der Papierindustrie mit 1,6 Prozent – bei einer Inflationsrate von derzeit 1,5 Prozent – könnten ein Fingerzeig für die Herbstlohnrunde sein. ♦ -w.r.-